Wolfsburg zieht die notbremse: bauer nach hsv-desaster auf der abschussliste

Der VfL Wolfsburg schläft heute Nacht kaum. Nach dem 1:2 gegen den Hamburger SV droht Trainer Daniel Bauer die vorzeitige Entlassung – nur 116 Tage nach seiner Berufung.

Sportchef Pirmin Schwegler ließ nach Abpfiff bei DAZN keinen Zweifel: „Die Nacht wird, glaube ich, kurz.“ Die Worte klangen wie eine Kampfansage, keine Jobgarantie. Acht Spiele ohne Sieg, 16. Platz, direkte Abstiegszone – die Statistik ist ein Hammer.

Schwegler plant krisensitzung – „wir müssen prozente finden“

Der Schweizer spricht von „Gesprächen“ und „Analyse“, doch dahinter steckt blanker Panikmodus. Am Samstag geht’s nach Sinsheim, gegen die TSG Hoffenheim. Punkte sind Pflicht, sonst wird der VfL zur Winter-Vorstellung. „Damit wir dort konkurrenzfähig sind“, so Schwegler, müsse man „so viele Prozentpunkte zusammenbekommen, wie wir zusammenbekommen können“. Der Satz wirkt murmelnd, aber er ist ein K.o.-Schlag für Bauer.

Die Niedersachsen haben die letzten fünf Heimspiele nicht gewonnen, die eigene Fans buhen. Die Kurve fordert Blut – und bekommt sie. Intern kursieren bereits Namen: Dieter Hecking (65), der Klub-Urgestein Friedhelm Funkel (71) und Thomas Reis, zuletzt bei Schalke entlassen, stehen auf der Shortlist. Kein Trio für die Zukunft, sondern für das reine Überleben.

116 Tage bauers: von der euphorie zum desaster

116 Tage bauers: von der euphorie zum desaster

Im November noch als Retter gefeiert, hatte Bauer Paulo Sousa-Beikoch Simonis abgelöst. Die Mannschaft sollte wieder nach vorne spielen, stattdessen folgte ein Torkaskaden-Krimi ohne Happy End. 9 Gegentore in den letzten drei Partien, dazu ein verschossener Elfmeter gegen den HSV – das ist keine Formkrise mehr, das ist ein freier Fall.

Die Geschäftsführung um Managing Director Tim Schumacher rechnet intern mit bis zu 30 Millionen Euro Einnahmeausfall im Fall des Abstiegs. Da helfen keine PR-Sätze mehr. Die Entscheidung fällt in den nächsten 24 Stunden – vielleicht schon vor dem Frühstück. Bauer weiß es, die Spieler ahnen es, die Fans wittern das Blut im Wasser.

Wolfsburg hat sich in den vergangenen Jahren als Weiterentwicklungsklub vermarktet – jetzt steht der Abstiegsrelegationsplatz blank. Die Zahlen lügen nicht: 0,7 Punkte pro Spiel unter Bauer, nur 18 Treffer in 17 Rückrundenpartien. Wenn der VfL nicht reagiert, wird die Autostadt zur Fußnote der Bundesliga-Geschichte.