Wm-zahlen trotz dfb-aus: sender zufrieden, zukunft ungewiss

Die Fußball-Weltmeisterschaft mag für die deutsche Nationalmannschaft frühzeitig zu Ende gegangen sein, doch die öffentlich-rechtlichen Sender ZDF und ARD können auf ein positives Zwischenfazit blicken. Trotz des verpassten K.o.-Runden-Spektakels durch den frühen Ausscheiden des DFB-Teams laufen die Einschaltquoten weiterhin solide, wenn auch die ganz großen Zuschauerzahlen fehlen.

Die zahlen sprechen für sich: ein blick auf die bisherigen erfolge

„Unsere Übertragungen sind weiterhin stark nachgefragt“, so Yorck Polus, ZDF-Sportchef, gegenüber dem SID. Auch die ARD zeigte sich zufrieden. Sportkoordinator Axel Balkausky betonte, dass die ersten 28 übertragenen Spiele im Ersten durchschnittlich 5,197 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer vor die Bildschirme lockten. Das Achtelfinale Portugal gegen Spanien, das am vergangenen Montagabend im ZDF stattfand, erreichte sogar fast zehn Millionen Zuschauer – ein deutlicher Beweis für das anhaltende Interesse an der WM.

Der Marktanteil von durchschnittlich über 40 Prozent, insbesondere angesichts der anspruchsvollen Zeitverschiebung, zeugt von einer beachtlichen Leistung. Doch die Wahrheit ist diese: 24 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer erreicht man eben nur mit Spielen der deutschen Nationalmannschaft.

Das interesse wächst: k.o.-runde hält spannung bereit

Das interesse wächst: k.o.-runde hält spannung bereit

Es ist ein Detail, das oft übersehen wird: Auch die Spiele ohne deutsche Beteiligung erfreuen sich großer Beliebtheit. „Man sieht an den Zuschauerzahlen der K.o.-Runden, dass auch die nicht-deutschen Spiele viele Menschen interessieren“, erklärt Balkausky. Dieses Interesse wird sich voraussichtlich noch verstärken, wenn es in die Halbfinals und das Finale geht. Die logistischen Herausforderungen, bedingt durch die 16 Spielorte in drei Ländern und die vielfältigen Anstoßzeiten, sind enorm. Dennoch scheint die Vor- und Nachberichterstattung aus den deutschen Studios reibungslos zu funktionieren.

„Wir sind sehr zufrieden damit, dass wir dieses bisher größte Fußballturnier, und zugleich das logistisch komplexeste, weitestgehend fehlerfrei übertragen können“, so Polus. Die Sender haben bewiesen, dass sie in der Lage sind, auch ohne deutsche Erfolge ein breites Publikum zu begeistern. Die Frage, ob die verbleibenden Spiele die bisherigen Quoten nachhaltig toppen können, bleibt jedoch offen.