Wm-trikots der dhb-frauen versteigert: kühnes dress kostet schon über 500 euro

Wer für die EM im Dezember noch ein Ticket braucht, ist beim Deutschen Handball Bund offenbar nicht nur auf dem Feld aktiv. Parallel zum Qualifikationskampf der Frauen versteigert der DHB derzeit die Original-Trikots von Silber-Heldin Nieke Kühne und Co. – und die Auktion läuft heiß.

Das trikot von nieke kühne ist der renner

Das trikot von nieke kühne ist der renner

Bereits 520 Euro kostet das weiße Dress der Rechtsaußen von der HSG Blomberg-Lippe, das sie beim Finale gegen Norwegen trug. Auch das gelbe Torwart-Trikot von Sarah Wachter schlägt mit 510 Euro zu Bucke. Die Auktion läuft noch bis 13. März, die Preise dürften also weiter steigen – zugunsten des SOS-Kinderdorfes.

Alle 18 WM-Shirts der Nationalmannschaft sind dabei, vom Einsatz gegen Kamerun bis zum Finale in Herning. Jeder Stofffetten erzählt von der unerwarteten Silber-Sensation, die Deutschlands Frauen im Dezember 2023 ausgelöst haben. Jetzt wandern die Erinnerungsstücke in die Glaskästen von Fans und Sammlern – oder vielleicht auch auf die Wand eines Handball-Vereinsheims.

United Charity hostet die Auktion, der komplette Erlös fließt direkt in die Kinderhilfe. Das ist kein PR-Gag, sondern bitter nötig: Nach dem WM-Finale flossen zwar Medaillenregen, aber keine Extra-Millionen. Sponsoren zahlen für Handball-Frauen immer noch weniger als für ihre Kollegen vom runden Leder. Die Trikot-Auktion ist also ein kleiner Schachzug, um die Lücke zu schließen – und die Fans spielen mit.

Die Nachfrage überrascht sogar die Verbandsspitze. „Wir haben mit 200 Euro pro Trikot gerechnet“, sagt ein DHB-Mitarbeiter anonym. Die Realität sieht anders aus: Kühnes Shirt hat sich in zwei Wochen mehr als verdoppelt. Die Torwart-Dresses von Wachter, Filter und Schneider liegen alle über 400 Euro. Selbst die Ersatzspielerinnen wie Mia Zschocke kommen auf respektable 180 Euro – für ein Shirt, das nie zum Einsatz kam.

Für die Spielerinnen selbst ist das Geschäft ein Doppelgefühl. Einerseits freuen sie sich über die Spenden, andererseits müssen sie ihre eigenen Erinnerungen aushändigen. „Ich habe mein Final-Trikot behalten“, verrät Kühne im Exklusivgespräch. „Aber das Viertelfinale gegen Ungarn war auch speziell – und das ist jetzt versteigert.“ Die 26-Jährige lacht: „Wenn meine Mami mitbietet, wird’s teuer.“

Die Auktion ist auch ein Testlauf: Wenn die EM-Trikots 2024 ebenso begehrt sind, könnte der DHB die Aktion zur Routine machen. Dann würde jede Europameisterin ihre Shirts direkt nach dem Turnier losswerden – und die Fans würden bei jedem Spiel mitfiebern, wer am Ende das teuerste Shirt trägt. Die Handball-Frauen würden nicht nur um Titel spielen, sondern auch um den höchsten Bieter.

Bis dahin heißt es: Bieten, bis der Kalender auf den 13. März zeigt. Danach sind die WM-Shirts weg – und die nächste Generation kann sich auf neue Triots freuen. Denn eins ist klar: Die EM 2024 in Ungarn/Schweiz wird neue Helden brauchen. Und wenn die dann ihre Shirts versteigern, startet die Preisspirale vermutlich bei 1.000 Euro. Die Handball-Welt hat ihren Markt entdeckt – und der ist weiblich.