Wm-qualifikation: türkei verzichtet wegen prüfung auf public viewing!

Ein ungewöhnlicher Schachzug vor dem wichtigen WM-Qualifikationsspiel: Die türkische Regierung hat landesweit ein Verbot von Public Viewings zum Duell gegen Paraguay (Anstoß 5 Uhr morgens!) verhängt. Der Grund: Gleichzeitig findet die zentrale Hochschulzugangsprüfung (YKS) statt – eine nationale Institution von höchster Bedeutung.

Hunderttausende kandidaten unter druck – und die regierung will keine ablenkung

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen mitten in einer lebensverändernden Prüfung, und draußen tobt ein Fußballfieber. Genau das wollte die türkische Regierung verhindern. Hunderttausende türkische Studenten kämpfen an diesem Samstag um ihre Zukunft, und laute Fangesänge, Menschenmassen und Verkehrschaos würden die Konzentration stören. Die Anweisung kam direkt vom Innenministerium an die Gouverneure der Provinzen: Keine Leinwände, keine öffentlichen Veranstaltungen, absolute Ruhe.

Mehrere Kommunen hatten das Spiel groß angekündigt, doch die Pläne wurden im Sande verlaufen. Das erhöhte Risiko durch Menschenansammlungen in den frühen Morgenstunden, direkt zum Beginn der Prüfung, war der ausschlaggebende Faktor. Eine Entscheidung, die bei den Fans für Unverständnis sorgt – besonders jetzt, wo die Türkei unter Druck steht.

Dramatik in der gruppe: türkei muss gegen paraguay gewinnen

Dramatik in der gruppe: türkei muss gegen paraguay gewinnen

Die Pleite gegen Australien hat die Situation verschärft. Der Druck auf die Mannschaft von Vincenzo Montella ist enorm, denn in der Gruppe mit Gastgeber USA ist jeder Punkt entscheidend. <„Dieses Chaos enttäuscht mich sehr“, reagierte der Trainer auf die Kritik im eigenen Land. „Wir haben in den letzten drei Jahren großartige Ergebnisse erzielt und verdienen nach dem ersten Spiel mehr Respekt.“

Die Fans hatten bereits beim letzten Spiel in großer Zahl Public Viewings besucht – in Parks, auf Plätzen, sogar in einem antiken Amphitheater in Antalya. Der Kontrast zur aktuellen Situation ist kaum zu übersehen. Nun müssen sie ihre Mannschaft auf andere Weise unterstützen – während Hunderttausende Studenten um ihren Platz an der Universität kämpfen. Eine kuriose Situation, die zeigt, dass der Sport manchmal der Realität weichen muss.

Die Übertragung des Spiels gegen Paraguay wird übrigens ausschließlich bei MagentaTV kostenpflichtig gezeigt. Wer die Partie live verfolgen will, muss also tief in die Tasche greifen – während die Studenten ihre Köpfe in die Bücher stecken.