Wm-qualifikation: dfb-frauen gewinnen, aber ohne glanz

Kein Feuerwerk zum Geburtstag! Bundestrainerin Christian Wück feierte am Dienstag seinen 53. Geburtstag, doch die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen schenkte ihm kein spielerisches Geschenk. Der 2:0-Sieg gegen das Schlusslicht Slowenien in Ljubljana war zwar das Ergebnis, aber die Vorstellung ließ zu wünschen übrig – ein eher unspektakuläres Kapitel im ansonsten erfolgreichen Qualifikationsprozess für die Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien.

Neuen überraschen, alte gewohnheiten bestätigen

Wück nutzte die Partie gegen den vermeintlich schwächsten Gegner, um einigen Spielerinnen die Chance zu geben, sich zu beweisen. Acht neue Gesichter standen in der Startelf, im Vergleich zum Freitagssieg gegen Norwegen (ebenfalls 2:0). Die Hoffnung, dass der Anzug nun „passt“, erfüllte sich jedoch nicht. Statt eines strahlenden Auftritts wirkte das Team stellenweise uninspiriert und kraftlos. Ein eher schlabbriges Spiel, wie man so schön sagt.

Die erste Torschreibe ließ nicht lange auf sich warten: Vivien Endemanns Schuss nach 13 Minuten kündete von Offensivdrang. Doch dann kam es anders: Ein Abseits von Slowenien verhinderte den möglichen Führungstreffer. Keeperin Ena Mahmutovic, die Ann-Katrin Berger im Tor vertrat und ihr zweites Länderspiel absolvierte, musste anschließend mehrfach glänzen und hielt die Nullnummer fest.

Eigener fehler bringt slowenien in führung

Eigener fehler bringt slowenien in führung

Die Führung für Deutschland ging dann auf das Konto der gegnerischen Mannschaft. In der 39. Minute brachte Klara Bühl eine Ecke zum Tor. Sarai Linder verlängerte am ersten Pfosten, und im Gewirr im Strafraum lenkte Sloweniens Lara Prasnikar den Ball unglücklich ins eigene Tor – 1:0. Ein Eigentor, das die deutsche Dominanz aber nicht widerspiegelte.

Zur Pause wirbelte Wück die Reihen: Selina Cerci, Larissa Mühlhaus und Sophia Kleinherne kamen ins Spiel und brachten frischen Wind. Neben ihnen zeigten sich vor allem die Wolfsburgerinnen Camilla Küver und Vivien Endemann als treibende Kräfte. Doch auch sie konnten dem Spiel nicht wirklich die nötige Leichtigkeit verleihen.

Martinez trifft – qualifikation gerockt

Martinez trifft – qualifikation gerockt

Die Entscheidung fiel in der 50. Minute, als Shekiera Martinez nach einem Schuss von Melissa Kössler den Abpraller staubte und ihren ersten Treffer im DFB-Dress erzielte – 2:0. Ein einfacher Treffer, der aber die starke Bilanz unterstrich: Deutschland schließt die Qualifikation mit fünf Siegen, einem Unentschieden und lediglich einem Gegentor ab. Eine beeindruckende Leistung, die nun die Vorfreude auf die WM in Brasilien schürt.

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich frühzeitig für die Weltmeisterschaft 2027 qualifiziert. Im Herbst folgen Testspiele, während andere Nationen noch um die letzten Tickets kämpfen. Die Auslosung der WM-Gruppen steht am Jahresende an, und im Dezember beginnt die Nations League, in der es auch um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles geht. Ein straffes Programm für das DFB-Team, das sich nun auf neue Herausforderungen konzentrieren kann. Und, wie Oliver Völler bereits bemerkte, sollte man die politische Lage im Blick behalten – die WM in Brasilien könnte ein spannendes, aber auch heikles Unterfangen werden.