Wm-einsatz iran: nur spieltage im us-territorium erlaubt!
Schock für den iranischen Fußball-Nationaltrainer und sein Team: Laut Angaben des iranischen Botschafters in Mexiko dürfen die Spieler bei der Weltmeisterschaft in den USA nur an Spieltagen das US-amerikanische Territorium betreten und müssen es unmittelbar danach wieder verlassen. Eine unfassbare logistische Herausforderung und eine diplomatische Zitterpartie stehen bevor.

Unmögliche reisebedingungen für die wm-teilnahme
Die Nachricht, die Abolfazl Pasandideh, der iranische Botschafter in Mexiko, am vergangenen Samstag verkündete, hallte in der internationalen Fußballwelt wider. Demnach wurde das iranische Team darüber informiert, dass es sich auf eine äußerst restriktive Reiseplanung einstellen müsse. „Wir können morgens einreisen und müssen noch am selben Tag wieder ausreisen“, so Pasandideh. Das bedeutet für den Tross, der sich aktuell auf dem Weg nach Spanien befindet, um von dort aus weiter nach Mexiko zu reisen, enorme Umwege und eine permanente Reisebereitschaft.
Alle drei Vorrundenspiele des iranischen Teams finden in den Vereinigten Staaten statt. Das Quartier wurde in Tijuana, Mexiko, nahe der Grenze eingerichtet. Das Team muss also täglich über die Grenze pendeln – eine Situation, die sportlich wie logistisch kaum zu bewältigen ist. Die erteilten Visa waren zwar ein erster Schritt, doch die nun auferlegten Reisebeschränkungen werfen ein düsteres Licht auf die WM-Vorbereitung.
Ein Visa-Debakel erschwert die Vorbereitung zusätzlich: Die Situation spitzt sich zu, da bereits 15 Personen der Delegation die Visa-Erteilung verweigert wurde. Die iranische Botschaft in der Türkei reagierte prompt mit scharfer Kritik und sprach von einer „willkürlichen und diskriminierenden Behandlung“ des Teams, die „auf die höchste Stufe gehoben“ worden sei. Eine offizielle Begründung für die Visa-Verweigerung blieb bislang aus.
Der US-Botschafter Tom Barrack lobte hingegen überschwänglich die Arbeit der US-Botschaft in Ankara, was die Verärgerung im Iran weiter schürte. Die Spiele gegen Neuseeland (15. Juni) und Belgien (21. Juni) werden in Los Angeles ausgetragen, während das dritte Gruppenspiel gegen Ägypten (27. Juni) in Seattle stattfindet – die Entfernungen sind gewaltig.
Die aktuelle politische Lage zwischen den USA und dem Iran, die durch die Bombardierungen durch die USA und Israel im Februar eskaliert ist, wirft einen langen Schatten auf das sportliche Ereignis. Die Entscheidung, die iranische Mannschaft so einzuschränken, erscheint weniger als ein sportlicher Akt und vielmehr als Ausdruck politischer Spannungen. Ob das Team diese Strapazen dennoch überwinden und eine erfolgreiche WM spielen kann, bleibt abzuwarten. Die Reise nach Spanien und dann weiter nach Mexiko ist nur der erste von vielen Herausforderungen.
