Wm 2026: werbe-gold zwischen abpfiff und durst?
Die Fußball-WM in Nordamerika wirft Fragen auf – nicht nur sportlicher Natur. Während die Spieler sich auf Trinkpausen freuen, spitzen die Fernsehsender bereits die Segel für einen lukrativen Werbe-Boom. Der Deal ist klar: Drei Minuten Werbezeit pro Halbzeit, ein Milliardengeschäft im Hintergrund.

Zdf und ard: werbe-blöcke im rampenlicht
Die anstehende Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada verspricht nicht nur packende Spiele, sondern auch neue Möglichkeiten für Werbetreibende. Nach 22 und 67 Minuten wird das Spiel für drei Minuten unterbrochen, um den Spielern eine Pause zu gönnen – und den Fernsehsendern lukrative Werbezeit zu verkaufen. Das ZDF bietet beispielsweise „Exklusivblöcke im Vollbild“ an, die bis zu 90 Sekunden dauern können, während die ARD ein „Cooling Break Paket“ im Angebot hat.
Die Preise für Werbeflächen in den Trinkpausen sind astronomisch: Platzierungen in nicht-deutschen Spielen sollen bereits ab 1.200 Euro pro Sekunde umsetzbar sein. Ein Spot muss dabei mindestens 15 Sekunden lang sein und wird von auffälligen Bumpern und den bekannten Mainzelmännchen umrahmt.
Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF zeigen insgesamt 60 Partien der WM im Free-TV, dank einer Sublizenz von der Deutschen Telekom, die alle 104 Spiele live auf Magenta TV überträgt. Aber es gibt einen Haken: Der Rundfunkstaatsvertrag erlaubt Werbung nur bis 20:00 Uhr. Viele WM-Spiele werden aufgrund der Zeitverschiebung jedoch zu späteren Zeiten ausgestrahlt, was die Werbe-Einnahmen potenziell schmälert.
Die maximale Länge der Werbeunterbrechung pro Trinkpause beträgt 80 Sekunden. Die Werbung darf erst 20 Sekunden nach dem Pfiff des Schiedsrichters beginnen und muss 30 Sekunden vor Wiederaufnahme des Spiels enden. Die Frage, die sich stellt, ist: Kann die Faszination des Fußballs die allgegenwärtige Werbung überlagern, oder wird die WM zu einem Werbe-Spektakel, das den sportlichen Charakter in den Hintergrund rückt?
