Wm 2026: überraschungserfolg trotz mehr teams?
Die Debatte um die Erweiterung der Fußball-Weltmeisterschaft auf 48 Teams war heftig. Würde das Turnier an Qualität verlieren? Wären die Spiele uninteressant? Aber die ersten Erkenntnisse nach den Viertelfinals sind überraschend: Das Format scheint sich zu bewähren – zumindest vorläufig. Football Benchmark hat die Zahlen untersucht und die Ergebnisse werfen ein neues Licht auf die Kontroverse.
Die wettbewerbsfähigkeit hat sich erhöht
Viele befürchteten, die Erweiterung würde zu einseitigen Spielen und wenig Spannung in den Gruppenphasen führen. Das Gegenteil ist der Fall. Die afrikanischen Teams zeigten eine beeindruckende Leistung: Mannschaften wie Cabo Verde trennten sich Unentschieden von Spanien, Paraguay eliminierte Deutschland, und Norwegen ließ Brasilien aus dem Turnier scheiden. Entscheidungen fielen oft erst in den letzten Sekunden, wie bei Englands knapper Qualifikation gegen Mexiko oder Argentiniens Remountada gegen Ägypten. Die Weltmeisterschaft hat mehr Geschichten geschrieben – und das ohne die Spannung zu verlieren.
Ein besonderer Erfolg ist der für den afrikanischen Fußball: Neun von zehn afrikanischen Teams schafften es in die K.o.-Runde, ein Beweis für den wachsenden Stellenwert des Kontinents im Weltfußball – ein Durchbruch, der im alten Format kaum möglich gewesen wäre. Auch die drei Gastgeber – Kanada, die USA und Mexiko – begeisterten und trugen maßgeblich zum Zuschauerinteresse bei.

Volle stadien und rekordzahlen
Die Frage nach der Zuschauerresonanz war ein weiterer Streitpunkt. Hohe Ticketpreise sorgten für Bedenken, dass einige Spiele vor leeren Rängen stattfinden würden. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. In der Gruppenphase sahen 4,64 Millionen Zuschauer 72 Partien, was einem Durchschnitt von rund 64.500 Zuschauern pro Spiel und einer Auslastung von 99,7 % entspricht – ein Wert, der an die glorreiche WM 2006 in Deutschland erinnert. Das spricht für sich.
Allerdings muss man fair bleiben: Die hohen Ticketpreise könnten den Zugang für ausländische Fans eingeschränkt haben. Der nordamerikanische Markt ist an höhere Preise gewöhnt, was den Effekt möglicherweise abmildert. Die tatsächliche Wirkung auf die internationale Fangemeinde bleibt abzuwarten.

Social-media-boom und die macht der stars
Ein unbestreitbarer Erfolg ist der Medienrummel um die Weltmeisterschaft. Das Turnier bleibt die größte Bühne für Fußballstars. Der Fall des caboverdianischen Torwarts Vozinha ist exemplarisch: Vor dem Turnier hatte er gerade mal 32.500 Follower auf Instagram, inzwischen sind es 28 Millionen – eine Steigerung um das mehr als 860-fache! Auch Erling Haaland konnte seine Anhängerschaft um 16,4 Millionen vergrößern, während Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und Neymar jeweils über sechs Millionen neue Follower dazugewinnen konnten.
Dieser Trend spiegelt sich auch in den nationalen Teams wider. Brasilien führt die Liste der Social-Media-Zuwächse an, gefolgt von Mexiko und Portugal. Die Spiele der drei Gastgeber wurden von mehr als 50 Millionen Zuschauern verfolgt, und in vielen Märkten wurden historische Zuschauerrekorde aufgestellt.

Die alten kräfteverhältnisse bleiben bestehen
Trotz aller Überraschungen und neuen Geschichten bestätigt das Turnier auch eine bittere Wahrheit: Die großen Fußballnationen dominieren weiterhin. Sechs der zehn wertvollsten Teams stehen im Viertelfinale. Die wirtschaftlichen Unterschiede sind immens: Frankreich beispielsweise verfügt über einen Kader im Wert von 1,57 Milliarden Euro, mehr als dreimal so viel wie Marokko. Einzig die Schweiz, als zwanzigste Mannschaft im Wert, sorgt für eine Überraschung und zeigt, dass auch kleinere Teams mithalten können.
Die Premier League setzt sich dabei als stärkste Liga der Welt durch. Arsenal und Barcelona stellen mit jeweils zehn Spielern die meisten Akteure in den Viertelfinals. Das zeigt, wo die Schwerpunkte im modernen Fußball liegen.
Das endgültige Urteil steht noch aus, aber nach einem Monat voller spannender Spiele hat die WM mit 48 Teams viele Kritiker überrascht. Es gibt mehr Teams, mehr Geschichten und mehr Möglichkeiten – und die Weltmeisterschaft hat ihre Seele nicht verloren. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob dieser Trend anhält. Aber eines ist klar: Der Fußball hat ein neues Kapitel aufgeschlagen, und es bleibt spannend zu beobachten, wie es sich entwickelt.
