Wm 2026: kommt russland zurück auf den fußball-thron?
Nachdem das Internationale Olympische Komitee (IOC) überraschend den Weg für russische Athleten bei den kommenden Spielen freigemacht hat, stellt sich die brennende Frage: Wie lange wird die FIFA Russlands Ausschluss vom internationalen Fußball noch aufrechterhalten? Die Entscheidung des IOC wirft einen langen Schatten auf die Fußballwelt und lässt die Diskussion um eine mögliche Rückkehr Russlands zur WM 2026 neu aufflammen.
Die fifa unter druck: analyse des ioc-urteils
Die FIFA hat sich umgehend zu der Entscheidung des IOC geäußert und signalisiert, die Entwicklung genau zu verfolgen. „Die FIFA hat Kenntnis von der Entscheidung des IOC genommen“, hieß es in einer knappen Stellungnahme. Abwarten und Tee trinken scheint es jedoch nicht zu sein: Die Instanz unter Infantino will die Entscheidung des IOC analysieren, bevor sie gemeinsam mit „relevanten Interessenträgern“ über die nächsten Schritte nachdenkt. Wer genau diese Interessenträger sind und wie ihre Positionen aussehen, bleibt vorerst Spekulation.
Ein Name, der in diesem Zusammenhang immer wieder auftaucht, ist Gianni Infantino, der Präsident der FIFA. Er hat sich in der Vergangenheit bereits positiv zu einer Rückkehr Russlands geäußert und betont, dass der Sport eine Brücke bauen müsse. „Je schneller alle bei einer Weltmeisterschaft dabei sind, umso besser“, so Infantino im Februar in einem Interview. Diese Äußerungen wurden von vielen Seiten scharf kritisiert, insbesondere angesichts der anhaltenden militärischen Aggression Russlands gegen die Ukraine.

Infantinos fragwürdige nähe zu putin
Die Kontroverse um Infantino wird durch dessen enge Beziehung zu Wladimir Putin noch verstärkt. 2019 erhielt er den russischen „Orden der Freundschaft“ als Dank für die Austragung der WM 2018 in Russland. Ein Umstand, der die Glaubwürdigkeit des FIFA-Präsidenten erheblich in Frage stellt. Auch UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat sich in der Vergangenheit für eine Rückkehr Russlands ausgesprochen, betonte jedoch, dass ein Ende des Krieges eine notwendige Voraussetzung sei. Ein deutlicher Seitenhieb auf Infantinos Politik.
Die deutsche Fußballszene äußert sich zurückhaltend zu dem Thema. Während der DFB und die Bundesliga bisher eine klare Haltung gegen die Teilnahme Russlands eingenommen haben, könnten die internen Diskussionen nun neu entfacht werden. Es bleibt abzuwarten, ob die UEFA und die FIFA dem Druck Russlands und Infantinos widerstehen können.
Die Suspendierung Russlands erfolgte im Jahr 2022 aufgrund von „Sicherheitsgründen“ und der Wahrung der „Integrität des Wettbewerbs“. Die Teams wurden zwar nicht wegen des Krieges direkt gesperrt, doch die UEFA und FIFA sahen sich gezwungen zu handeln, da zahlreiche europäische Verbände Spiele gegen Russland verweigerten. Ob diese Umstände sich bis 2026 geändert haben, bleibt abzuwarten.
Die Rückkehr Russlands auf die WM-Bühne ist keineswegs in Sicht. Es bedarf nicht nur einer politischen Lösung des Ukraine-Konflikts, sondern auch eines Umdenkens innerhalb der FIFA und einer klaren Haltung der europäischen Verbände. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, ob der russische Fußball tatsächlich eine Chance auf eine Wiederaufnahme des internationalen Spielbetriebs hat.
