Wm 2026: iranische fans bleiben fern – politische einreisekrise?

Ein Schlag für die Stimmungslage: Iranische Fußballfans müssen wohl auf die Unterstützung ihrer Nationalmannschaft bei der WM 2026 in den USA verzichten. Die Tickets wurden kurzfristig entzogen, was zu heftigen Vorwürfen des iranischen Verbands gegen die US-Veranstalter führt. Eine politische Einreisekrise droht, die den sportlichen Aspekt in den Hintergrund drängt.

Die ticket-entziehung: ein diplomatischer schlagabtausch

Die ticket-entziehung: ein diplomatischer schlagabtausch

Die Entscheidung, iranischen Fans die Tickets für die Gruppenspiele gegen Neuseeland, Belgien und Ägypten zu verweigern, wurde vom iranischen Fußballverband FFI scharf kritisiert. Sie sehen darin einen gezielten Versuch, die Unterstützung für ihre Mannschaft zu unterbinden. Im Hintergrund brodelt der anhaltende Konflikt zwischen dem Iran und den USA, der sich nun auch auf die WM-Bühne überträgt.

Die Situation wird dadurch komplizierter, dass die USA ohnehin strenge Visa-Bestimmungen für iranische Staatsbürger haben. Viele Fans, die bereits Reisepläne geschmiedet hatten, müssen diese nun zunichte machen. Die Reisekosten, selbst bei erleichterten Bedingungen, stellen für viele eine unüberwindbare Hürde dar.

Die FIFA versucht Schadensbegrenzung. Generalsekretär Matthias Grafström gab an, ein „positives Gespräch“ mit dem iranischen Verbandspräsidenten Mehdi Taj geführt zu haben. Konkrete Lösungen für das Ticket-Problem blieben jedoch aus. Die FIFA versprach lediglich, den Dialog fortzusetzen und dem iranischen Team „ein positives Erlebnis“ zu ermöglichen – eine vage Aussage, die wenig Hoffnung auf eine baldige Einlösung des Ticket-Kontingents von acht Prozent pro Spiel bietet.

Doch die Sache hat noch einen weiteren Beigeschmack: Auch ein für die WM nominierter Schiedsrichter aus Somalia wurde bei dem Versuch, in die USA einzureisen, abgewiesen. Der Vorfall wirft ein schlechtes Licht auf die Fähigkeit der FIFA, die notwendigen Rahmenbedingungen für ein reibungsloses Turnier zu gewährleisten.

Die iranische Auswahl hat bereits ihr Quartier aus Arizona nach Tijuana in Mexiko verlegt, um die Reise in die USA kurz vor den Spielen zu minimieren. Der iranische Botschafter in Mexiko bestätigte, dass die Mannschaft nur an Spieltagen in die USA einreisen darf – ein weiteres Zeichen der angespannten Lage.

Die WM 2026 wird so zu einem Spiegelbild der internationalen Spannungen. Der Traum von tausenden iranischen Fans, ihre Mannschaft vor Ort anzufeuern, scheint in weite Ferne gerückt. Ob die FIFA noch eine Lösung findet, die beiden Seiten zufriedenstellt, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Dieser Konflikt wird die Atmosphäre rund um die WM 2026 nachhaltig beeinträchtigen.