Wm 2026: fußballnächte statt sommerabende – so schaut deutschland zu!

Die Vorfreude auf die WM 2026 in Nordamerika ist riesig, doch die Zeitverschiebung stellt deutsche Fans vor eine neue Herausforderung. Schluss mit den gemütlichen Sommerabenden vor dem Fernseher – es warten echte Fußballnächte auf uns. Aber wie wird das Public Viewing überhaupt ablaufen?

Sonderregeln für nächtliche fußballfeste

Die ungewöhnlichen Anstoßzeiten, oft zwischen 21 und 3 Uhr morgens, machen es für Veranstalter kompliziert. Um dennoch gemeinsame Erlebnisse zu ermöglichen, hat die Bundesregierung eine Sonderverordnung erlassen, die befristete Ausnahmen vom Lärmschutz erlaubt. Allerdings ist die Genehmigung für jede Veranstaltung von den lokalen Behörden abhängig – ein automatischer Anspruch besteht nicht.

Die Folge: Große Fanmeilen, wie wir sie von vergangenen Turnieren kennen, werden in vielen Städten fehlen. Stattdessen setzen Veranstalter auf kleinere, flexiblere Formate. Bars, Biergärten und Kneipen könnten zum neuen Treffpunkt für Fußballfans werden – vorausgesetzt, sie erfüllen die strengen Auflagen bezüglich Lizenzen, Lärm und Sicherheit.

Wo läuft was? ein überblick über die großstädte

Wo läuft was? ein überblick über die großstädte

Berlin verspricht wie immer das größte Angebot an Public Viewings, mit hunderten Bars, die Aktionen und Events planen. Im Forum des Centers am Potsdamer Platz wird auf Deutschlands größter 3D-LED-Wall gleich zehn Spiele übertragen. In München wird das gemeinsame Erlebnis vor allem in Biergärten und Kneipen stattfinden, wo die Stadt die Übertragung von Spielen bis 1 Uhr und ab 6 Uhr erlaubt hat.

Hamburg verzichtet hingegen auf ein großes Fanfest auf dem Heiligengeistfeld, auch aufgrund der ungünstigen Uhrzeiten und der hohen Kosten. Auch in Köln wird es keine zentrale Fanmeile geben, aber Spiele, die im zeitlichen Rahmen von 6 bis 22 Uhr angepfiffen werden, dürfen in Außenlocations gezeigt werden – allerdings ohne Tröten, Trommeln oder Vuvuzelas. Im Brauhaus FRÜH am Dom und im Open Air Kino Köln am Harry-Blum-Platz werden viele WM-Spiele übertragen.

Frankfurt setzt auf das Deutsche Bank Park im Kletterwald, wo neben einer großen Leinwand auch ein Rahmenprogramm geboten wird. Der Eintritt kostet hier allerdings 10 Euro pro Person. Die Zahl spricht für sich: Trotz aller Hürden wird das Interesse an der WM 2026 ungebrochen sein. Die Fußballkultur in Deutschland hat sich seit 2006 stark weiterentwickelt, und das Public Viewing ist ein fester Bestandteil davon – auch und gerade wegen der wirtschaftlichen Bedeutung für Gastronomie und Innenstädte.

Die WM 2026 wird also ein ganz anderes Public Viewing-Erlebnis als gewohnt. Es wird kleiner, intimer und nächtlicher. Aber eines ist sicher: Die Faszination für den Fußball wird auch in den frühen Morgenstunden nicht schwinden.