Wm 2026: fifa schüttelt kassen für die vereine – ein gamechanger?
Die Fußballwelt steht vor einem Umbruch, und es betrifft nicht nur die Spieler auf dem Rasen. Die Erweiterung der Weltmeisterschaft 2026 auf 48 Teams hat eine Welle der Verhandlungen ausgelöst – nicht zwischen Nationen, sondern zwischen der FIFA und den Vereinen, die ihre Talente für das Turnier abstellen. Ein neues System von Entschädigungszahlungen soll die finanzielle Belastung für die Klubs mindern, und das in einem Ausmaß, das bisher unerreicht war.

Ein rekord-topf für die vereine
Antonio Fernández, Senior Associate bei Baker McKenzie, erklärt gegenüber MARCA: „Es handelt sich um ein Hilfsprogramm für die Vereine, die ihre Spieler für die WM 2026 freigeben, sowohl für die Qualifikationsspiele – ein Novum in der Geschichte des Turniers – als auch für die Endrunde.“ Die FIFA hat dafür einen Rekordbetrag von 355 Millionen US-Dollar bereitgestellt, gegenüber 209 Millionen US-Dollar in den Vorjahren. Das ist ein signifikanter Sprung, der die wachsende Bedeutung der Vereine im globalen Fußballgeschäft widerspiegelt.
Doch warum diese plötzliche Großzügigkeit? Der Druck von Seiten der Vereine, insbesondere durch die European Club Association (ECA), war immens. Die Vereine argumentieren zu Recht, dass sie die Löhne zahlen, die körperliche Belastung der Spieler tragen und letztlich die Kosten für Verletzungen aufbringen müssen, die durch die Teilnahme an WM-Qualifikationsspielen und dem Turnier selbst entstehen können. Der Fußball der Nationalmannschaften mag Leidenschaften entfachen und Millionen vor die Bildschirme locken, aber die Vereine tragen die Hauptlast.
Die Details: Ein zweistufiges System Die Entschädigungen werden in zwei großen Paketen verteilt. Das erste Paket, bis zu 100 Millionen US-Dollar, ist für die Qualifikationsspiele vorgesehen. Hier wird pro Spieler und pro Einsatz eine Pauschale gezahlt, die auf etwa 2.362 US-Dollar pro Spieler und Partie geschätzt wird. Das zweite, größere Paket, bis zu 250 Millionen US-Dollar, richtet sich auf die Endrunde. Die Höhe der Entschädigung hängt hier maßgeblich von der Dauer ab, für die ein Spieler im WM-Kader bleibt.
Fernández betont: „Für die Endrunde wird eine Mindestentschädigung von 5.000 US-Dollar pro Spieler und Tag festgelegt, wobei der Gesamtbetrag je nach dem Abschneiden der Mannschaft variieren kann.“ Ein frühes Ausscheiden in der Gruppenphase bedeutet weniger Geld als ein Weg in die K.o.-Runden. Das System ist also fair und berücksichtigt die tatsächliche Belastung für die Klubs.
Der Einfluss des Programms wird sich je nach Größe des Vereins unterscheiden. Während für Top-Klubs wie FC Barcelona, Atlético Madrid oder Real Madrid die Entschädigungen zwar relevant sein können, stellen sie im Vergleich zu ihren enormen Gehaltskosten eher eine vernachlässigbare Summe dar. Für kleinere und mittlere Vereine kann die WM-Entschädigung jedoch eine wichtige Einnahmequelle darstellen, die hilft, die finanziellen Auswirkungen des Verlusts von Spielern zu mildern.
Mehr als nur Geld: Das Image des WM-Einsatzes Es gilt auch zu bedenken, dass die Teilnahme eines Spielers an der WM seinen Marktwert steigern kann. Ein erfolgreicher Einsatz im Nationalteam kann zu einer deutlichen Aufwertung führen, die dem Verein im Falle eines späteren Transfers zugutekommt. Die FIFA versucht also, die Vereine nicht nur finanziell zu entschädigen, sondern auch den potenziellen Mehrwert ihrer Spieler zu berücksichtigen.
Die FIFA hat zudem ein eigenes Programm für den Fall von Verletzungen während der WM geschaffen. „Dieses Programm soll die Vereine für Verletzungen entschädigen, die während bestimmter Länderspielphasen, einschließlich der WM-Endrunde, auftreten“, erklärt Fernández. Allerdings deckt es nur einen Teil der Kosten ab und löst nicht die Probleme, die durch den Ausfall eines Schlüsselspielers entstehen.
Das neue System ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer faireren Verteilung der Lasten im internationalen Fußball. Es bleibt abzuwarten, ob die FIFA in der Lage sein wird, die Entschädigungen transparent und effizient abzuwickeln. Doch eines ist klar: Die WM 2026 wird nicht nur auf dem Rasen, sondern auch in den Büros der Vereine für Aufsehen sorgen.
