Wm 2026: fifa knickt beim wasserflaschen-chaos ein
Ein Aufschrei, der schnell wieder im Sand verlief: Nur wenige Tage nach der umstrittenen Entscheidung, Fans das Mitbringen eigener Wasserflaschen zur Fußball-WM 2026 in Nordamerika zu verbieten, macht die FIFA einen Rückzieher. Der Druck war schier unerträglich, und so wurde die Regelung nun doch gelockert – mit einem Augenzwinkern für die Gesundheit der Zuschauer und einem subtilen Seitenhieb auf die eigenen Kassen.
Die flaschen-kehrtwende: was darf mit ins stadion?
Laut FIFA-Betriebschef Heimo Schirgi dürfen ab sofort wieder kleine, gefüllte Einwegflaschen mit ins Stadion. Konkret sind „weiche, werkseitig versiegelte Einweg-Plastikwasserflaschen mit einem Fassungsvermögen von 20 Unzen (590 ml)“ erlaubt. Wichtig: Wiederverwendbare Flaschen mit festem Gehäuse bleiben weiterhin tabu, eine Regelung die bereits bei der Klub-WM im vergangenen Jahr für Stirnrunzeln sorgte.
Die ursprüngliche Begründung der FIFA für das generelle Verbot waren Sicherheitsbedenken. Diese Argumentation stieß jedoch auf massive Kritik. Torontos Bürgermeisterin Olivia Chow brachte es auf den Punkt: „Das ist reine Geldmacherei! Warum sollte man eine Wasserflasche kaufen, wenn man sein Wasser einfach mitbringen kann? Das ist günstiger und besser für die Umwelt.“ Ein Argument, das viele Fans teilten und lautstark zum Ausdruck brachten.

Hitze und gesundheit: ein ernstes problem
Doch die Kritik geht tiefer. Experten warnen vor den gesundheitlichen Risiken, denen die Fans aufgrund der erwarteten Hitze bei den WM-Spielen ausgesetzt sein könnten. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Forschungsgruppe „World Weather Attribution“ prognostiziert, dass bereits 26 von 104 Spielen unter Bedingungen stattfinden werden, bei denen die sogenannte „Wet-Bulb-Global-Temperature“ 26 Grad übersteigt – ein Wert, ab dem ein erhöhtes Gesundheitsrisiko für Sportler und Zuschauer besteht.
Die FIFA versucht, die Kritik mit Gegenmaßnahmen abzufedern: Sprühnebelanlagen, Trinkstationen, Kühlzelte und Ventilatoren sollen für Abkühlung sorgen. Allerdings müssen Fans für Flaschenwasser im Stadion tief in die Tasche greifen – die Preise sollen „mit denen anderer Veranstaltungen in den jeweiligen Stadien übereinstimmen“, so die FIFA. Eine Aussage, die eher für Verwirrung als für Beruhigung sorgt.
Die Kehrtwende der FIFA mag wie ein Zugeständnis an die Fans wirken, doch der bittere Nachgeschmack bleibt. Es zeigt, dass wirtschaftliche Interessen weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Organisation eines der größten Sportereignisse der Welt spielen – auch wenn die Gesundheit der Zuschauer darunter leiden könnte. Die Frage ist, ob diese halbherzigen Maßnahmen wirklich ausreichen, um die Fans vor den extremen Temperaturen zu schützen, oder ob die FIFA hier nur ein schlechtes Gewissen kaschieren will. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen.
