Wm 2026: fanbündnis schießt scharf gegen fifa und gastgeber

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika steht im Zeichen der Kritik. Das Fanbündnis „Unsere Kurve“ prangert eine „Doppelmoral“ an und bezeichnet das Turnier als Paradebeispiel für Ausgrenzung und kommerzielle Vereinnahmung. Die Vorwürfe sind brisant und treffen sowohl die FIFA als auch die gastgebenden Nationen.

Verbitterte fans sehen eine farce

Verbitterte fans sehen eine farce

„Diese WM führt den Gedanken eines offenen Turniers für alle ad absurdum“, teilte Sprecher Thomas Kessen am Dienstag mit. Die Enttäuschung im Lager der Fans ist groß. Während die FIFA einerseits die Meinungsfreiheit im Stadion systematisch einschränkt, nutzen die Regierungen der USA, Kanadas und Mexikos die WM-Bühne für ihre eigenen politischen Interessen. Jost Peter, der 1. Vorsitzende des Bündnisses, sieht darin eine unerträgliche Doppelmoral. Es sei schlichtweg inakzeptabel, wie die Vereinten Nationen mit dem Fußball-Spektakel jonglieren, um ihre eigenen geopolitischen Ziele voranzutreiben.

Die Kritikpunkte des Fanbündnisses sind vielfältig. Neben den bereits bekannten Problemen mit den hohen Ticketpreisen und den enormen Distanzen zwischen den Spielorten, fallen vor allem die Einreisebestimmungen und die Gesetzgebung der Gastländer bezüglich sexueller Orientierung und politischer Gesinnung ins Gewicht. „Das ist mehr als nur eine sportliche Veranstaltung – es ist ein politisches Statement, das wir nicht unterstützen können“, so Kessen. Die FIFA scheint hier zwischen die Stühle zu fallen, indem sie versucht, sowohl den kommerziellen Interessen ihrer Sponsoren als auch den Forderungen nach sozialer Verantwortung gerecht zu werden.

Die Entscheidung, die WM in drei Ländern auszurichten, wurde von vielen bereits kritisiert. Die langen Reisezeiten und die logistischen Herausforderungen belasten nicht nur die Fans, sondern auch die Teams. Die FIFA steht nun vor der Herausforderung, diese Kritikpunkte ernst zu nehmen und glaubwürdige Antworten zu liefern, bevor das Turnier überhaupt richtig in Gang gekommen ist. Andernfalls droht ein Imageschaden, der weit über den sportlichen Bereich hinausreicht.

Währenddessen beschäftigt die Anklage des ehemaligen UEFA-Präsidenten Michel Platini gegen Gianni Infantino die Öffentlichkeit. Der Vorwurf lautet Korruption. Eine weitere Zäsur in einer WM, die ohnehin von Kontroversen überschattet wird. Die Fans bleiben skeptisch, die Politik mischt mit – und der Fußball verliert zunehmend an Boden.