Wm 2026: brasil auf rekordkurs, deutschland unter druck – und ein marokkanisches vermächtnis im fokus
Houston, Texas – Die Viertelfinalspiele der WM 2026 stehen vor der Tür, und die Spannung ist kaum zu überbieten. Brasilien, angeführt von einem glänzend aufgelegten Vinícius Júnior, scheint auf dem Weg zum Titel, während Deutschland vor der schwierigsten Aufgabe steht. Doch das größte Drama spielt sich vielleicht im marokkanischen Lager ab, wo drei Spieler zwischen zwei Herzen stehen.
Vinícius júnior entthront neymar
Neymar mag immer noch ein Name sein, der die Fußballwelt bewegt, doch Vinícius Júnior hat diese Weltmeisterschaft zu seiner Bühne gemacht. Vier Treffer in der Gruppenphase – eine Leistung, die Brasilien in die K.o.-Phase katapultierte. Der junge Star verkörpert den neuen brasilianischen Fußball: schnell, direkt und voller Selbstvertrauen. „Der wichtigste Moment des Wettbewerbs ist gekommen“, erklärte Vini nach dem letzten Gruppenspiel. Fünf Endspiele stehen noch bevor – eine gewaltige Aufgabe, aber Brasilien ist bereit, den Thron zurückzugewinnen, den sie seit 24 Jahren vermissen lassen. Japan, der Gegner im Sechzehntelfinale, wird alles daran setzen, diesem Plan einen Strich durch die Rechnung zu ziehen, auch wenn der Weg zum Achtelfinale in dieser XXL-WM noch steiniger erscheint als je zuvor.

Deutschland ringt mit der formkrise
Die Stimmung im deutschen Lager ist gedrückt. Das 1:2 gegen Ecuador hat eine Debatte ausgelöst, die tief in die Grundfesten des Teams eindringt. Wo genau soll Joshua Kimmich seine Stärken einsetzen? Und was ist eigentlich mit dem umstrittenen „Wusiala“? Julian Nagelsmann steht vor der Herausforderung, seine Mannschaft schnell wieder auf Kurs zu bringen. Gegen Paraguay wird es kein einfaches Spiel, denn auch der Gegner wird sich nicht kampflos geschlagen geben. Die Frage, die sich jeder deutsche Fan stellt: Kann sich das Team steigern? Eine Antwort ist am Montagabend in Foxborough gefordert.

Drei herzen, ein ball: die marokkanische saga
Noussair Mazraoui, Anass Salah-Eddine und Sofyan Amrabat – Namen, die in der Fußballwelt für Aufsehen sorgen. Sie alle hätten auch für die niederländische Nationalmannschaft spielen können, haben sich aber für Marokko entschieden. Eine Entscheidung, die nicht nur sportliche, sondern auch emotionale Dimensionen hat. Diese Spieler, ähnlich vielen anderen im Kader des WM-Halbfinalisten von 2022, sind Kinder der Diaspora und vereinen zwei Kulturen in sich. „Ich bin stolzer Marokkaner, aber auch stolzer Niederländer“, erklärte Mazraoui. Eine bittersüße Situation, denn im Sechzehntelfinale kann es nur einen Sieger geben. Ein Unentschieden gibt es nicht.
Die Spiele versprechen packende Momente und dramatische Wendungen. Es bleibt abzuwarten, welche Teams sich für die nächste Runde qualifizieren und wer am Ende den begehrten WM-Pokal in den Händen hält. Eines ist jedoch sicher: Diese Weltmeisterschaft wird in die Geschichte eingehen.
