Wirtz-kritik schürt liverpool-debatte: ex-star schießt mit kanone

Liverpools teure Wette auf Florian Wirtz könnte bitter nachklingen. Nach dem blamablen Pokal-Aus gegen Manchester City und der weiterhin zögerlichen Entwicklung des deutschen Nationalspielers schießen ehemalige Experten nun immer deutlicher mit scharfer Kritik ab. Besonders Tony Cascarino, ehemaliger irischer Nationalstürmer, lässt seine Meinung nicht gelten.

Der „selbstdarsteller“ im angriff

Cascarino, der in seiner Karriere für Chelsea und Olympique Marseille aktiv war, zeigte sich in einem Interview mit talkSPORT regelrecht empört über Wirtz’ Auftreten auf dem Platz. Er warf dem jungen Deutschen vor, er sei ein „Selbstdarsteller“, der mit unnötigen Spielchen die Aufmerksamkeit auf sich lenke. Der Vergleich mit den Harlem Globetrotters, einer Show-Basketballtruppe, ist dabei wenig schmeichelhaft. „Erinnert ihr euch an die Harlem Globetrotters? Die haben sich selbst präsentiert. Bei einigen Liverpool-Spielern sehe ich das auch, und Wirtz ist da ganz oben auf der Liste“, so Cascarino.

Es ist wichtig zu betonen: Cascarino sieht in Wirtz grundsätzlich Talent. „Er ist ein enorm talentierter Junge, das hat er bei Bayer Leverkusen bewiesen.“ Doch in Liverpool zeige Wirtz ein anderes Gesicht. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In 41 Pflichtspielen gelangen ihm lediglich sechs Treffer und neun Vorlagen. Ein magerer Ertrag für einen Spieler, der mit 150 Millionen Euro Ablöse einen neuen Rekordtransfer für den FC Liverpool darstellte.

Die Kritik kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Im Pokal-Spiel gegen Manchester City wirkte Wirtz zum wiederholten Male blass und konnte kaum einen positiven Einfluss auf das Spiel nehmen. Die Frage, ob Liverpool sein Geld für den 22-Jährigen sinnvoll investiert hat, wird nun lauter diskutiert. Während Wirtz gegen die Schweiz mit zwei Treffern und zwei Assists brillierte, blieb er in entscheidenden Spielen wie dem gegen City wirkungslos. Das lässt Zweifel aufkommen, ob er tatsächlich die fehlende Kreativität und Torgefahr in die Liverpooler Offensive bringen kann, die sich Jürgen Klopp so sehr erhofft hat.

Die frage nach der integration

Die frage nach der integration

Die Herausforderung für Wirtz liegt nun darin, sich schnell in das Spielsystem von Liverpool zu integrieren und seine Leistungen zu stabilisieren. Es ist offensichtlich, dass er sich noch an die neue Umgebung und die Anforderungen der Premier League gewöhnen muss. Doch die Erwartungen sind hoch, und die Geduld der Fans und der Verantwortlichen könnte begrenzt sein. Denn eines ist klar: Liverpool braucht dringend Torgefahr, und Wirtz muss liefern.

Die Diskussion um Wirtz wird sicherlich weitergehen, und es bleibt abzuwarten, ob er den Beweis antreten kann, dass er das teure Preis-Leistungs-Verhältnis rechtfertigt. Seine Zukunft bei Liverpool hängt davon ab, ob er seine vermeintlichen „Selbstdarsteller“-Tendenzen ablegen und sich dem Teamgedanken unterordnen kann.