Winterthur schlägt zurück und jagt gc: nur noch fünf punkte bis zur rettung

Der FC Winterthur lebt wieder. Nach dem 2:1 in Luzern schmilzt der Rückstand auf die Grasshoppers auf fünf Punkte – und plötzlich ist der Abstiegskampf ein offener Krimi.

Théo golliard schießt und warnt: „wir sind zurück – aufpassen, gc!“

Théo golliard schießt und warnt: „wir sind zurück – aufpassen, gc!“

Es war kein schönes Spiel, aber es war ein Statement. Winterthur kam, sah und siegte dank eines Kopfballtors von Théo Golliard in der 78. Minute. Der Stürmer, bislang eher für seine Flanken als für seine Treffer bekannt, schlug nach der Partie einen Ton an, der in Zürich-Oerlikon bis ins Letzigrund hallen wird: „Wir glauben fest daran, dass wir GC einholen. Jetzt sind es nur noch fünf Punkte. Eins sage ich euch: Aufpassen!“

Die Zahlen sprechen für sich. Drei Spiele, fünf Punkte. In derselben Zeit holte GC genau null. Die Negativserie der Stadtzürcher – nur ein Sieg aus den letzten acht Partien – verwandelt sich für Winterthur in Turbo-Benzin. Trainer Patrick Rahmen redet nicht vom Wunder, er redet von Kontinuität: „Die Jagd begann, als wir unsere eigene Negativserie stoppten. Seitdem spielen wir mit der Handbremse gelöst.“

Der Blick auf die Tabelle ist verrückt. Vor vier Wochen noch neun Punkte Rückstand, heute nur noch fünf. Das Letzigrund zittert. Denn wer jetzt noch glaubt, GC sei auf der sicheren Seite, der hat die Rechnung ohne Winterthur gemacht. Die Eulachstädter reisen am nächsten Samstag nach St. Gallen – ein Ort, an dem sie in dieser Saison bereits punkteten. GC empfängt gleichzeitig YB. Ein Spieltag kann genügen, um die Lücke auf zwei Zähler zu schrumpfen.

Die Stimmung im Lager des FCW ist eine Mischung aus Erleichterung und blanker Härte. Kapitän Roy Gelmi spricht von „Selbstverständlichkeit“, weil „wir nie aufgehört haben, an uns zu glauben“. Torhüter Jonas Omlin, diesmal nur Zuschauer wegen einer Oberschenkelblessur, feuerte seine Kollegen via Video von der Kabine aus an. Die Botschaft: „Wir sind nicht mehr der Karren, den jeder überholt. Wir sind der Wagen, der jetzt überholt.“

Die Liga hat plötzlich zwei Abstiegsduelle erhalten: das klassische GC-Winterthur und das neue Winterthur-GC. Die Rollen sind getauscht. Der Verfolger jagt, der Favorit zittert. Und mitten drin Théo Golliard, dessen Warnung kein PR-Satz war, sondern Kampfansage. In den Stadien der Schweiz spricht man wieder über Winterthur. Das ist der größte Sieg der Woche – noch bevor der Ball am Samstag rollt.