Winterthur dreht luzern 2:1 und schickt basel einen verletzten helden
Der FC Winterthur lebt – und zwar mit Schmerz. 2:1 gegen Luzern, drei goldene Punkte im Abstiegskampf, aber der Mann, der den Ausgleich erzielte, humpelte nach 66 Minuten in die Kabine. Nishan Burkart traf, wurde gefoult, spielte kurz weiter, dann war Schluss. Die Eulachstadt jubelt, zittert, rechnet.
Patrick rahmen reicht halbes training als lebenszeichen
Coach Patrick Rahmen redete das Bild klein, das die Fernsehkameras lieferten: Burkart, der sich nach dem Foul von Tyron Owusu die Schuhe auszog und sich mit entstelltem Gesicht auf den Rasen kniete. „Er hat heute einen Teil der Einheiten mitgemacht“, sagt Rahmen und klingt dabei wie ein Mann, der sich selber überzeugen will. Der FCB kommt am Sonntag, und ohne Burkart fehlt dem Tabellenletzten gerade der letzte Drehschalter.
Die Zahlen sprechen klar: In den vergangenen beiden Partien beteiligte sich Burkart an drei der vier Winterthurer Toren. Vorher wirkte er wie ein Fremdkörper, nun ist er der Katalysator. Zwei Tore, zwei Assists – klingt nach wenig, aber im Keller zählt jeder Pass, der trifft.

Winterthur schickt basel keine einladung, sondern eine frage
Die Mannschaft, die gegen Luzern plötzlich wieder nach vorne spielte wie in besseren Zeiten, besteht zur Hälfte aus Neulingen. Die Frage lautet nicht mehr: Wer tritt auf? Die Frage lautet: Wer hält durch? Das nächste Training wird zeigen, ob Burkarts Mittelfuß nur geprellt ist oder etwas Rissiges mit sich bringt. Rahmen will bis Freitag Klarheit, sonst rückt Remo Arnold nach, und die offensive Variante mit zwei Spitzen wird zur Notlösung.
Der Sieg gegen Luzern war kein Befreiungsschlag, eher ein Atemzug. Winterthur holte aus den letzten fünf Spielen sieben Punkte, so viel wie in den 17 Partien davor zusammen. Die Tabelle aber lügt nicht: Vier Punkte Rückstand auf St. Gallen, sechs auf Luzern. Die Rechnung ist einfach: Wer gegen Basel nicht gewinnt, darf den Blick wieder auf den Cup-Platz Richtung Challenge League richten.
Und dennoch: In der Kabine klang gestern Abend etwas, das man in Winterthur seit Wochen vermisste – das Geräusch von Optimismus. Die Spieler sangen, aber leise, als wüssten sie, dass der nächste Schritt schon wieder weh tun kann. Burkart saß mit Eisbeutel und Schiene vor seinem Platz, schmunzelte trotzdem. „Wir haben gezeigt, dass wir nicht tot sind“, sagte er. Ob er selbst am Sonntag wieder dabei ist, wird die nächsten 48 Stunden entscheiden. Die Uhr tickt – und mit ihr die Saison.
