Wimbledons schatten: sinner triumphiert, alcaraz fehlt – was bedeutet das für den tenniszirkus?
Jannik Sinner hat Wimbledon dominiert, Alexander Zverev stand ihm im Finale gegenüber – ein hochklassiges Duell, das den Rasenklassiker krönte. Doch der Jubel wird von einem bedrückenden Gefühl überschattet: Das Fehlen von Carlos Alcaraz, dem aufstrebenden Superstar, hinterlässt eine spürbare Lücke. Álex Corretja, der zweimalige French-Open-Finalist, spricht offen über den Verlust der „Magie und unseres Wesens“, die mit Alcaraz’ Anwesenheit einhergeht.
Ein schatten auf dem triumph
Sinner verteidigte seinen Titel eindrucksvoll und bewies einmal mehr, warum er derzeit zu den besten Tennisspielern der Welt zählt. Zverev zeigte ebenfalls eine beeindruckende Leistung, konnte dem Italiener aber letztendlich nicht die Stirn bieten. Doch Corretja betont, dass die Abwesenheit Alcaraz' den Gesamteindruck trübt. „Dass Carlos nicht auf dem Platz steht, ist die Hölle“, klagt er in einem Interview mit Marca. Seine Handgelenksverletzung, die ihn seit April plagt, hat ihn nicht nur von Wimbledon ausgeschlossen, sondern auch seine Teilnahme an den US Open infrage gestellt.
Corretja versucht, die Situation zu relativieren: „Wenn man Tennis liebt, passieren interessante Dinge.“ Er verweist auf die Überraschungen, die die French Open boten, wo Zverev dank des Ausfalls von Alcaraz und anderer Top-Spieler überraschend den Titel gewann. Doch die besondere Strahlkraft eines siebenfachen Grand-Slam-Champions wie Alcaraz kann nicht einfach ersetzt werden.

Mehr als nur tennis: die fehlende spannung
Es geht nicht nur um das Tennis selbst, so Corretja. Alcaraz’ Anwesenheit schafft eine besondere Spannung und Aufregung, die bei einem Turnier wie Wimbledon einzigartig ist. „Wenn er spielt, spürt man eine andere Energie“, erklärt er. Der Vergleich mit Rafael Nadal ist hier treffend: Ob sie dabei sind oder nicht, ihre Abwesenheit verändert das gesamte Gefühl des Turniers.
Corretja erinnert daran, dass Alcaraz’ Einfluss weit über den reinen sportlichen Aspekt hinausgeht: „Wenn ich ein Spiel von Carlos kommentiere, sind so viele Menschen gefesselt.“ Seine Spiele ziehen ein Millionenpublikum an und sorgen für zusätzliche Aufmerksamkeit. Die fehlende Faszination Alcaraz' ist ein Verlust für den gesamten Tennissport.
Obwohl Sinner und Zverev ein hervorragendes Finale bestritten, bleibt das Gefühl, dass etwas fehlt. Die Tür für Überraschungen bei den US Open bleibt zwar offen, doch der Einfluss eines Spielers wie Alcaraz wird dort wahrscheinlich ebenfalls fehlen. Die Frage ist, ob der Tenniszirkus ohne seine strahlende Präsenz jemals wieder die gleiche Magie entfalten kann.
