Wimbledon-halbfinale: krawietz und pütz greifen nach dem grand-slam-traum

Kevin Krawietz und Tim Pütz stehen im Halbfinale von Wimbledon. Das deutsche Duo besiegte im Viertelfinale die Franzosen Sadio Doumbia und Fabien Reboul mit 7:5, 7:6 (8:6) und wahrt damit die Chance auf den ersten gemeinsamen Grand-Slam-Titel. Nach zwei Stunden und elf Minuten verwandelten sie ihren ersten Matchball, nachdem sie im Tiebreak des zweiten Satzes zuvor zwei Satzbälle der Gegner abgewehrt hatten.

Zwei satzbälle abgewehrt, dann der nervenstahl

Die Partie auf dem heiligen Rasen entwickelte sich zum mentalen Kraftakt. Nachdem Krawietz und Pütz den ersten Durchgang mit 7:5 für sich entschieden hatten, fanden die Franzosen im zweiten Satz ihre Rhythmik. Doch im Tiebreak zeigte das deutsche Paar, warum es derzeit zur Weltspitze im Doppel zählt. Bei 6:6 lagen Doumbia und Reboul vorne, hatten zwei Satzbälle auf dem Schläger. Krawietz und Pütz wehrten beide ab, holten sich die Mini-Breaks und nutzen dann konsequent den ersten Matchball. Nervenstahl pur.

Das Ergebnis ist mehr als nur eine Zahl im Turnierbaum. Es ist die Fortsetzung einer Entwicklung, die im vergangenen Jahr begann, als das Duo im Achtelfinale von Wimbledon scheiterte und später das Finale der US Open verlor. Der Wendepunkt kam bei den ATP-Finals in Turin, wo sie den Titel holten. Seitdem spielen sie mit einer Selbstverständlichkeit, die auch auf dem Centre Court nicht bröckelt.

Vom mixed-aus zum doppel-hoch

Vom mixed-aus zum doppel-hoch

Für Krawietz hatte das Turnier übrigens unter anderen Vorzeichen begonnen. Der zweimalige French-Open-Sieger trat im Mixed an der Seite von Venus Williams an, schied dort aber schon in der ersten Runde aus. Ein Schlag ins Kontor, aber offenbar kein Knockout. Stattdessen konzentrierte er sich voll auf die Hauptdisziplin mit Pütz.

Im Halbfinale wartet nun ein hartes Los. Gegen Marcelo Arevalo aus El Salvador und den Kroaten Mate Pavic steht der Einzug ins Endspiel auf dem Spiel. Pavic, ein erfahrener Doppel-Spezialist, und Arevalo gelten als technisch starkes Gespann. Aber Krawietz und Pütz haben bewiesen, dass sie in London nicht nur mitspielen wollen. Sie wollen den Titel. Und nach diesem Viertelfinale-Sieg sieht niemand mehr, der sie aufhalten könnte.