Williams: aufholjagd in kanada – kann alpine überholt werden?

Miami zeigte auf vielversprechende Weise, dass Williams endlich wieder nach vorne schaut. Mit Carlos Sainz und Alex Albon im Top 10 bewies das Team aus Grove, dass die Entwicklungsschritte Früchte tragen. Doch der Weg nach oben ist noch weit – und steinig.

Das gewichtsproblem und die aerodynamik

Der Start in die Saison war für Williams von einem erheblichen Nachteil geprägt: Das Auto wog schlichtweg zu viel. Die verpassten Gelegenheiten im Winterurlaub lasten noch immer. Nun gilt es, dieses Problem anzugehen und gleichzeitig die Aerodynamik zu optimieren. Christian Vowles, Teamchef von Williams, erklärt: "Wir sind zufrieden mit unserem Entwicklungsplan, sowohl in Bezug auf die Gewichtsreduktion als auch auf die aerodynamischen Verbesserungen und dynamischen Aspekte des Fahrzeugs. Aber es ist schwierig zu sagen, wo das letztendlich hinführt."

Es geht also darum, nicht einfach nur Gewicht zu sparen, sondern dies intelligent zu tun. "Warum dauert es so lange, Gewicht zu verlieren?" rhetorisch Vowles. "Die Ingenieursarbeit ist getan, aber man muss sicherstellen, dass die Komponenten so gefertigt werden, dass es Sinn macht. In Miami haben wir beispielsweise durch einen neuen Unterboden einige Kilos aus dem System geholt. Aber ich würde nicht einfach den gleichen Frontflügel ein paar Kilos leichter machen – das wäre sinnlos. Stattdessen muss man diese Änderungen in ein umfassendes aerodynamisches Update integrieren. Das ist die effizienteste Methode unter Berücksichtigung des Kostenlimits."

Die Strategie für Kanada: Vowles deutet an, dass in Kanada weitere Verbesserungen erwartet werden. "Es wird in Kanada zusätzliche Leistungssteigerungen geben. Wie viel genau, ist noch nicht vollständig absehbar, aber es könnte eine beträchtliche Menge sein. Allerdings müssen wir berücksichtigen, dass auch Mercedes, Audi und möglicherweise Haas ihre Autos weiterentwickeln werden. Ob wir da mithalten können, ist schwer vorherzusagen."

Der blick nach vorn: kampf um die mittelfeldplätze

Der blick nach vorn: kampf um die mittelfeldplätze

Das unmittelbare Ziel ist klar: Alpine, das derzeit stärkste Team im Mittelfeld, soll überholt werden. Doch Vowles blickt auch weiter. Nach der Sommerpause erwartet er, dass Williams eine deutliche Leistungssteigerung zeigen kann. "Wenn wir die Entwicklung des Autos abschließen, was nach der Sommerpause der Fall sein wird, dann glaube ich, dass wir in der Lage sein werden, um die Oberhand im Mittelfeld zu kämpfen."

Die Reise ist noch lang, aber die ersten Anzeichen sind vielversprechend. Und die Entschlossenheit, das Gewichtsproblem zu lösen und die Aerodynamik zu optimieren, lässt auf eine erfolgreiche Zukunft hoffen. Williams will nicht nur überleben, sondern im Mittelfeld dominieren.