Wiener derby revolutioniert: trainer-mikros und drohnen-blicke!
Das Wiener Derby zwischen Rapid und Austria ging zwar mit 0:2 an die Austria, doch der eigentliche Überraschungsmoment lag woanders: Sky Austria wagte einen mutigen Schritt und versorgte die Zuschauer mit völlig neuen Perspektiven. Zum ersten Mal in einer österreichischen Fußball-Topliga wurden die Trainer Johannes Hoff Thorup und Stephan Helm während des Spiels mit Mikrofonen ausgestattet – ein Experiment, das die Emotionen am Spielfeldrand unmittelbar erlebbar machte.

Drohnen liefern atemberaubende aufnahmen aus der luft
Doch damit nicht genug. Eine Mini-Drohne, die bereits aus dem Skisport bekannt ist, kreiste über dem Stadion und lieferte beeindruckende Bilder sowohl vom Spielfeld als auch von den jubelnden und frustrierten Fans. Rapid-Geschäftsführerin Daniela Bauer zeigte sich begeistert: „Die Verkabelung der Trainer war ein echtes Schmankerl. Man ist noch näher dran, bekommt spannende Einblicke und spürt noch unmittelbarer, was an der Seitenlinie passiert. Auch die Drohne hat beeindruckende Bilder geliefert – und das, ohne den Ablauf im Stadion zu beeinträchtigen.“
Die Frage, die nun brennt: Wann zieht die deutsche Bundesliga nach? Denn jede Innovation, die den Sendern einen Mehrwert bietet, könnte beim Neuverkauf der TV-Rechte ab 2029/30 zu deutlich höheren Einnahmen führen. Alice Mascia, DAZN-Chefin in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sieht hier großes Potenzial: „Innovative Elemente wie verkabelte Trainer oder neue Kameraperspektiven durch Mini-Drohnen eröffnen völlig neue Möglichkeiten, Emotionen, Intensität und die Atmosphäre eines Spiels noch authentischer einzufangen. Wir würden Innovationen wie diese ausdrücklich begrüßen.“
Die DFL hält die Augen offen, so Sport BILD aus gut informierten Kreisen. Die Themen Verkabelung und Drohnen sollen im Herbst mit den Klubs und Sendern diskutiert werden – allerdings mit Augenmaß. Bereits 2024 gab es einen Vorgriff: In der 3. Liga verkabelte MagentaSport den Trainer von Viktoria Köln, Olaf Janßen, während des Spiels gegen Osnabrück. Eine Pflichtverkabelung im nächsten TV-Vertrag erscheint unwahrscheinlich, da einige Trainer ihre Bedenken bezüglich der öffentlichen Darstellung ihrer Emotionen äußern könnten.
Auch der Einsatz von Mini-Drohnen wird von der DFL geprüft, allerdings nur in begrenztem Umfang, da in den meisten Stadien bereits eine Spider-Cam im Einsatz ist. Aus Sicherheitsgründen werden Drohnen weder über den Spielern noch über den Fan-Blöcken fliegen. Die DFL testete eine Drohne bereits beim Supercup 2021, wo sie Bilder aus den Katakomben der BVB-Arena lieferte.
Die Zukunft des Fußball-Fernsehens sieht also spannend aus. Es bleibt abzuwarten, ob die Bundesliga den Schritt wagt und den Fans noch mehr unmittelbare Einblicke in die Welt des Fußballs gewährt. Die ersten Schritte in Wien zeigen jedoch, dass es sich lohnt, neue Wege zu gehen – denn die Fans wollen mehr als nur das Spielgeschehen auf dem Rasen sehen.
