„Wie ein leidensprozess“ – rodri packt nach dem remis gegen kap verde aus

Atlanta – 24 Stunden nach dem 0:0 gegen Kap Verde trat Rodri in die Pressezone der Baylor School. Ein einziger Satz sägte durch den Raum: „Die Niederlagen kann man wie Trauer empfinden.“ Damit war klar: Spanien steckt tiefer, als die Tabelle vermuten lässt.

„Kein alarm, nur realität“

Der Mittelfeld-Motor sprach offen über Lastmanagement und das Gefühl, „heute nur das Nötigste rauszuholen“. Die punktuelle Reduktion der Intensität war geplant, das Resultat dennoch bitter. Rodri betonte, jeder Spieler verarbeite Frust auf eigene Art – manche schweigen, andere analysieren sofort. Wichtig sei, dass die Gruppe zusammenbleibe. „Gerade in schwierigen Momenten zeigt sich, ob wirklich Familie im Kader herrscht.“

Er sieht die Mannschaft „sehr vereint“ und lobt den gesunden Konkurrenzkampf. „Wir kreieren uns selbst ein gesegnetes Problem für den Trainer.“ Die Parallele zur U21 von 2019 – die damals ebenfalls mit einer Pleite startete – zieht er bewusst. „Es gibt immer Wellen. Pannen sind Teil der Reise, Panik nicht.“

Warum yamal dennoch strahlt

Warum yamal dennoch strahlt

Bei aller Ernsthaftigkeit schwört Rodri auf die junge Generation. Lamine Yamal sei „ein Sonderling auf dem Platz“, ein Unbalancer, der Räume für andere öffnet. „Er bringt uns zur Freude, wir bringen ihm Stabilität.“ Das Duo funktioniere, weil beide Seiten bereit sind zu geben.

Zum Thema Klimaänderung und Wasserpausen zeigt sich der 27-Jährige pragmatisch: „In geschlossenen Stadien nervt jede Unterbrechung, im Freien kann sie über Sieg oder Niederlage entscheiden. Wir müssen uns schneller akklimatisieren als der Gegner – Punkt.“

Die lektion von 2010

Die lektion von 2010

Rodri räumt ein, das 0:1 gegen die Schweiz vor 14 Jahren sei „irgendwie angekommen“, auch ohne interne Debatten. Heute wisse man: Verlieren ist kein Weltuntergang, sondern eine Zäsur. „Argentinien startete in Katar mit einem Patzer und wurde Weltmeister – warum nicht wir?“

Sein Fazit fällt knapp aus: „Wir haben Luft nach oben. Und genau das macht die Gruppe gefährlich.“ Spanien reist mit einer Portion Demut und einem Selbstvertrauen, das nicht aus Siegen, sondern aus Erfahrung gespeist wird. Der nächste Gegner wartet – und mit ihm die Chance, die Geschichte neu zu schreiben.