Wetzlar dreht spiel: ahouansou bringt wende gegen bergisch!
Wetzlar hat im Kellerduell gegen den Bergischen HCeinen dramatischen Sieg errungen – und das dank einer beeindruckenden Aufholjagd und der Leistung eines Ex-Löwen. Nach einem desolados Start und einer heftigen Ansage von Trainer Sigtryggsson schüttelten sich die Mittelhessen am Ende mit 33:29 durch.

Hangsteins selbstkritik: 'schlechteste 15 minuten der saison'
Die erste Halbzeit verlief für die HSG Wetzlar alles andere als zufriedenstellend. Ein frühes 1:5 deutete auf einen schwierigen Abend hin. Doch dann betrat Philipp Ahouansou, der vom Bergischen HC kam, erstmals die Platte – und das war der Wendepunkt. Nach 24 Minuten markierte er seinen dritten Treffer und brachte die HSG erstmals in Führung (13:12). "Wir haben lange darauf gewartet, hier wieder so feiern zu können", jubelte der 24-Jährige nach dem Spiel.
Die Wende war jedoch nicht nur Ahouansou zu verdanken. Andreas Palicka hielt mit elf Paraden das Torreiher dicht, während Josip Simic mit neun Treffern als bester Werfer der HSG glänzte. Die Halbzeitansprache von Rúnar Sigtryggsson zeigte ebenfalls Wirkung. Ein fulminanter 9:1-Lauf zu Beginn des zweiten Durchgangs entschied die Partie frühzeitig. "Er hat uns gesagt, wir sollen uns brutaler helfen. Das haben vor allem die Torhüter mit den gehaltenen freien Würfen und Siebenmetern gemacht und uns vorne damit Zeit gegeben, die Tore zu machen," erklärte Palicka.
Das Bild war jedoch völlig anders im Lager des Bergischen HC. Fynn Hangstein sprach offen von den "schlechtesten 15 Minuten der kompletten Saison" nach der Pause. Ein verworfener Siebenmeter und unnötige Abschlüsse aus der zweiten Welle trugen zu dem desaströsen Start bei. "Nach dem 1:9-Lauf war die Hypothek zu groß", konstatierte Hangstein.
Ein Blick auf den Glücksbringer: Für Andreas Palicka, der im Sommer zu den Füchsen Berlin wechselt, war der Sieg noch besonderer. "Es war etwas ganz Besonderes für mich, dass meine Familie zum ersten Mal hier war. Wir waren in meiner 20-jährigen Karriere noch nie von einander getrennt, hier zum ersten Mal," verriet der 39-Jährige mit einem breiten Grinsen.
Obwohl die HSG Wetzlar dank des Sieges erstmals seit dem 13. Spieltag wieder einen Nichtabstiegsplatz erreichte, bleibt die Spannung in der Handball-Bundesliga groß. Der Bergische HC muss diesen Rückschlag verdauen, hat aber mit zwei Punkten Vorsprung vor der HSG und drei vor Minden noch alle Trümpfe in der Hand. Das Rennen um die Nichtabstiegsplätze ist noch lange nicht entschieden.
"Heute wollen wir feiern und Spaß haben, aber danach liegt der Fokus auf Kiel", betonte Palicka. Und Ahouansou fügte mit einem verschmitzten Grinsen hinzu: "Ich glaube, Kiel liegt uns zu Hause."
