Werder vor dem aus: kann die kohle am wochenende klassenerhalt feiern?

Bremen steht vor einer Zerreißprobe. Nach einem turbulenten Saisonverlauf könnte Werder Bremen bereits am kommenden Wochenende die vorläufige Wende im Kampf um den Klassenerhalt erleben – oder aber das Schicksal in eigener Hand verlieren. Die Ausgangslage ist angespannt, die Erwartungen hoch.

Die achterbahnfahrt der grünschnäbel

Die achterbahnfahrt der grünschnäbel

Noch Ende Februar schien die Lage für die Nordlichter aussichtslos. Der 17. Platz in der Bundesliga ließ wenig Hoffnung auf Rettung aufkommen. Auch der neue Coach Daniel Thioune hatte zunächst Schwierigkeiten, die Mannschaft zu stabilisieren. Drei Niederlagen in seinen ersten drei Spielen verstärkten die Befürchtungen, dass Werder bis zum Saisonende in Abstiegsgefahr schweben würde.

Doch die Stimmung hat sich gewendet. Durch eine Reihe von kämpferischen Leistungen und glücklichen Momenten konnte der Abstand zum rettenden Ufer verkleinert werden. Nun winkt die Chance, die Entscheidung vorzeitig zu treffen. Aber der Weg dorthin ist mit Risiken verbunden.

Die Rechnung ist einfach, aber tückisch: Werder muss am Samstag gegen Augsburg gewinnen und darauf hoffen, dass der FC St. Pauli am Sonntag gegen Mainz nicht punktet. Nur dann wäre der Vorsprung von acht Punkten vorzeitig uneinholbar.

Die jüngste Punkteteilung in Stuttgart gab den Bremer Verantwortlichen Rückenwind, doch Thioune warnt vor Selbstüberschätzung. Er spricht von einer „richtigen Abreibung“ in Hamburg, die das Team zusammengeschweißt habe. „Wenn wir unsere Saison wie einen Boxkampf sehen, dann sind wir vor Wochen auf St. Pauli richtig auf die Bretter geschickt worden.“

Ein bitteres Déjà-vu-Erlebnis möchte Thioune unbedingt vermeiden. Als Trainer von Fortuna Düsseldorf erlebte er in der Relegation 2024, wie ein scheinbar sicherer Aufstieg durch eine überraschende Niederlage gegen Bochum doch noch aus der Hand glitt. „Abgerechnet wird zum Schluss“, mahnt er.

Die Gefahr ist real, denn ein Patzer gegen Augsburg und ein Sieg von St. Pauli würden den Vorsprung auf lediglich drei Punkte schrumpfen. Angesichts der anstehenden Partien gegen Hoffenheim und Borussia Dortmund wäre dann doch noch einmal Nervenspiel angesagt.

Die Fans dürfen jedoch hoffen: Mit Leidenschaft, Kampfgeist und einer Prise Glück könnte Werder Bremen am Wochenende schon den Klassenerhalt feiern. Doch die Kohle muss liefern, denn die Zeit läuft ab.