Werder verspielt den anschluss: mainz demoliert keller-klub
0:2 gegen Mainz, Platz 15, nur zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang – Werder Bremen rutscht derzeit tiefer in die Tabelle, als selbst die schlimmsten Schwarzmaler es jemals skizziert hätten. Die Niederlage im Keller-Duell war keine Momentaufnahme, sondern der blutige Beweis dafür, dass ein Auftritt ohne Biss und Konzept automatisch den Abstiegsplatz bedeutet.
Der frühe k.o. und das späte eingeständnis
Paul Nebel köpfte Mainz schon in der 6. Minute auf 1:0, Jae-Sung Lee machte kurz vor Schluss den Deckel drauf. Dazwischen: 84 Minuten lethargisches Hin und Her. Marco Grüll ließ sich von einer Taube ablenken, Leonardo Bittencourt traf nur die Latte, Jens Stage kassierte Gelb Nummer fünf und darf in Wolfsburg zuschauen wie ein Schulverweister. „Wir waren nicht klar genug“, resümierte Daniel Thioune nach Abpfiff – ein Satz, der sich wie ein Epitaph für die gesamte Saison liest.
Die Statistik ist gnadenlos: Werder hat in den letzten sieben Heimspielen nur einen Sieg eingefahren, die Trefferquote im letzten Drittel liegt bei 9,3 Prozent – nur drei Klubs waren seit 2000 schlechter. Ohne Stage fehlt zudem der Topscorer, ohne Julian Malatini (Oberschenkelzerrung) die stabilste Abwehrvariante. Clemens Fritz spricht von „engen Verhältnissen“, klingt dabei aber eher wie ein Mann, der weiß, dass die Rechnung ohne den Abstieg nicht aufgeht.

Wolfsburg wird zum schicksalsspiel
Am Samstag (15.30 Uhr) geht’s in die Autostadt. Ein Sieg dort würde den Vorsprung auf sieben Punkte ausbauen, eine Niederlage könnte Werder auf Relegationsrang 16 versetzen. Die letzte Partie in Wolfsburg endete 2:5, damals flogen die Bälle noch, diesmal droht ein offener Schlagabtausch mit Personalknappheit. Die 1,3 Tore pro Spiel, die Werder im Schnitt erzielt, reichen nicht, um den Abstieg zu verhindern – das weiß auch Thioune, der nach dem Schlusspfiff betont hatte: „Wir müssen endlich Tore machen, sonst wird das nichts.“
Die Ostkurve wird wieder das Banner hissen: „Alles geben für den Klassenerhalt!“ Doch Banner reichen nicht, wenn auf dem Platz nur eine Taube das Tempo diktiert. Die Uhr tickt, die Lücke wächst, und Werder muss nun beweisen, dass das Team noch eine Antwort hat – sonst wird der Abstieg nicht nur wahrscheinlich, sondern verdient.
