Wer glänzte, wer patzte: das große auslands-kino des wochenendes
Elmar Bergonzini und Filippo Maria Ricci haben die internationalen Ligen durchsucht – und ein Urteil gefällt. Promoviert, durchgefallen, auf der Kippe: Die Notenliste ist gnadenlos.
Promoviert mit sternchen
Die Bayern-Maschine surrt wieder. Harry Kane liefert, Jamal Musiala zaubert, und plötzlich steht der Rekordmeister mit +25 Tordifferenz da. Die Note? Ein sonorer 9,0. Nur besser bewertet wurde Borussia Dortmund, weil sie in Stuttgart nicht nur gewannen, sondern vor allem den BVB-Angriff wiedererfanden: Brandt-Synergy trifft Adeyemi-Tempo – 4:1, Abpfiff, Applaus.
In Spanien schreibt Girona das Märchen weiter. Ein 3:0 gegen Rayo, und schon ist der Provinzclub Zweiter – vor Barça. Bergonzini vergibt eine 8,5, weil Michel’s Team mittlerweile die beste Balleroberungsquote der Liga hat. Wer schläft, wacht gegen Girona auf und verliert.
England? Aston Villa zerlegt Manchester City mit einem 1:0, der den Titelkampf wieder offen wirft. Unsere Notiz: Emery = 9,0, weil er Guardiolas System gelesen hat wie ein Kochbuch mit Zeichenfehlern.

Durchgefallen mit knall
Paris Saint-Germain kassiert in Lorient ein 1:3 – und damit die schlechteste Note des Jahres: 4,5. Luis Enrique rotiert, verliert die Mitte, verliert die Lust. Mbappé? Einmal Dribbling, zweimal Schulterzucken, Null Tore. Die Tordifferenz fällt auf +9, das schmeckt nach Krisensoup.
Inter Mailand patzt in Neapel (1:1), verschenkt Tabellenführung. Ricci attestiert den Nerazzurri eine 5,0, weil sie 70 % Ballbesitz in 0,8 xG umrechneten – ein Lehrstück für ineffiziente Dominanz.
Und Leverkusen? Oh, Xabi Alonso bleibt ungeschlagen, aber gegen Freiburg reicht’s nur zu einem 2:2. Note 6,0, weil die Werkself erstmals in 23 Spielen eine Führung verschenkte. Die Unbesiegbarkeit wackelt – und mit ihr die Psyche.
Die zahl, die alles erklärt
3,4 – das ist der Punkteschnitt der fünf Absteiger-Kandidaten in der Ligue 1 nach 25 Spieltagen. Frankreich wird zur Zwei-Klassen-Liga, PSG droht die Einsamkeit. Frankreichs Spannung? Verpufft.
Was bleibt? Ein Wochenende, das zeigt: Selbst Giganten können straucheln, selbst Außenseiter können glühen. Die Noten sind verteilt, die Ligen rasen weiter. Und wer nächste Woche auf dem Präsentierteller landet, entscheidet sich erst Samstag – wenn der Ball wieder rollt und die nächsten Gut- und Schlecht-Schreiber ihre Stifte zücken.
