Wac bangt: silberberger-debüt schmeckt nach wenig!

Wolfsberg – Der WAC hat sich im Heimspiel gegen die SV Ried mit einem müden 0:0 abgefunden. Für die Kärntner bedeutet das weiter Bangen im Abstiegskampf, denn der Abstand zu Blau-Weiß Linz, dem Schlusslicht, schrumpft auf lediglich zwei Punkte. Die Stimmung im Lavanttal ist alles andere als rosig.

Neuanfang oder strohfeuer? silberbergers erste bewährungsprobe

Neuanfang oder strohfeuer? silberbergers erste bewährungsprobe

Thomas Silberberger, bereits der vierte Trainer in dieser turbulenten Saison beim Wolfsberger AC, hatte sich von einem erfolgreichen Einstand erhofft. Doch die Realität sah anders aus. Das Team wirkte vor heimischem Publikum verunsichert und kraftlos gegen die Rieder. Silberberger selbst analysierte nach dem Spiel im Sky-Interview: „Jeder, der heute draufgeschaut hat, hat gesehen, dass ein unheimlich verunsicherter WAC am Platz war. Die Entwicklung der letzten Wochen und Monate hat sehr, sehr viel mit dieser Mannschaft angestellt.“ Eine deutliche Selbstkritik, die die tiefe Krise der Kärntner unterstreicht.

Dabei war die Lage vor Silberbergers Amtsübernahme schon angespannt. Sein Vorgänger, Ismail Atalan, konnte in zwölf Bundesliga-Partien lediglich einen Sieg einfahren. In der Qualifikationsgruppe ist der WAC nach vier Runden noch sieglos (zwei Unentschieden, zwei Niederlagen). Silberberger sah zwar das Remis gegen Ried als „Lebenszeichen“, betonte aber unmissverständlich: „Es ist noch sehr, sehr viel zu tun – vor allem auf mentaler Ebene.“ Die Aufgabe, die Mannschaft wieder aufzuräumen, ist enorm.

Polster hält, aber die Chancenverwertung fehlt

Ein Lichtblick am Samstagabend war Torhüter Nikolas Polster, der mit einigen Glanzparaden den Punkt für den WAC rettete. „Ich habe ein paar richtig gut gehalten. Ich kann auf meine Leistung stolz sein – und auch auf die Mannschaft, wir haben heute eine gute Einstellung gezeigt“, so Polster. Doch auch er konnte nicht verhehlen, dass die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor die Achillesferse des WAC ist.

Das kommende Doppelspiel gegen Blau-Weiß Linz wird richtungsweisend sein. Linz verkürzte durch einen klaren 5:0-Heimsieg gegen die WSG Tirol den Rückstand auf den WAC auf zwei Punkte und könnte den Kärntnern bereits am kommenden Samstag (17 Uhr) im Lavanttal die Rote Laterne überreichen. Und nur drei Tage später folgt das Rückspiel in Linz. Silberberger will sich keinesfalls auf Schützenhilfe verlassen: „Wir dürfen nicht erwarten, dass eine andere Mannschaft unseren Job macht“, mahnte er bereits vor dem deutlichen Auswärtssieg Linzes gegen Tirol.

Die Tabelle lügt nicht: Der WAC steht vor einer schweren Zerreißprobe. Zwei Siege gegen Blau-Weiß Linz sind das erklärte Ziel, denn das Bangen um den Abstieg könnte ansonsten unerträglich werden. Die kommenden Tage werden zeigen, ob Silberberger die Wende herbeiführen kann oder ob die Kärntner endgültig in den Strudel des Abstiegskampfes geraten.