Vuskovic steht auf dem rasen: hsv-rückkehr kurz vor dem comeback
Der Volkspark bebt wieder. Luka Vuskovic, 19, der Mann, dessen Knie den HSV jüngst ins Straucheln brachte, lief gestern mit der Mannschaft auf. Keine Schiene, keine Grimasse – nur ein winziger Verband rechts. Drei Niederlagen ohne ihn. Jetzt sagt sein Körper: Ich bin bereit.
Polzin zügelt die euphorie
Trainer Merlin Polzin atmet auf, aber er packt nicht schon den Champagner aus. „Er hat alle Einheiten mitgemacht, schmerzfrei. Dennoch: Wir werden keine Risikopoker spielen“, stellt er klar. Die Entscheidung für das Spiel in Frankfurt fällt kurzfristig. Tottenham, sein Stammklub, stimmt jeden Schritt mit ab. Die Londoner haben ihr Talent für zwei Jahre nach Hamburg verliehen – mit Rückrufoption. Ein neuerlicher Rückschlag würde alle Seiten teuer zu stehen kommen.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Mit Vuskovic kassierte der HSV 0,8 Tore pro Spiel, ohne ihn 2,1. Seine Zweikampfquote von 68 % fehlt hinten wie das letzte Puzzleteil unter der Couch. In der Relegationszone zählt jeder Punkt. Ein Sieg am Samstag würde den Abstand auf Relegationsplatz 16 auf zwei Zähler verkürzen.

Die stunde der wahrheit naht
Die Eintracht empfängt den HSV nach eigenem 0:3-Debakel in Stuttgart. Beide Teams brennen auf Wiedergutmachung. Die Frankfurter Fans werden ihre Südtribüne zum Kochen bringen. Vuskovic kennt solche Tage aus der U21-Nationalmannschaft. „Er spielt mit dem Kopf eines 30-Jährigen“, sagte Co-Trainer Timo Schultz kürzlich über ihn.
Die medizinische Abteilung um Chefarzt Dr. Peter Ärens setzte auf ein modifiziertes Belastungsmodell: zweimal täglich Reaktivierung, Kryokammer, individuelles Kraftprogramm. Nach zehn Tagen konnte Vuskovic wieder sprinten. Die MRT-Kontrolle zeigte: Einblutung zurückgebildet, Knorpel intakt. Dennoch bleibt ein Restrisiko. Ein fahler Aufwärmen-Kick, ein unglücklicher Zweikampf – und die Saison ist gelaufen.
Im Volksparkstadion arbeiten Bauarbeiter bereits an der geplanten Renovierung. Neue Stahlträger wachsen in den Himmel. Für den Klassenerhalt braucht der Klub aber keinen Architekten, sondern einen gesunden Abwehrspieler. Die Uhr tickt. Noch vier Spiele. Vuskovic‘ Rückkehr könnte der Funke sein, der die Mannschaft endlich wieder nach vorna treibt.
