Von ballmoos verdrängt saipi: lugano setzt auf leih-torwart bis nati-pause
Amir Saipi saß versteinert auf der Bank, während David von Ballmoos vor ihm die Hände warm machte. Die Message von Trainer Mattia Croci-Torti war klar: Der Young-Boys-Leihgoalie behält das Lugano-Tor mindestens bis zur Nati-Pause – und das hat nicht nur sportliche Gründe.
Vertragsfrick trennt freunde
„Amir wusste zehn Tage vor Luzern Bescheid“, sagt Croci-Torti knapp. Die Entscheidung fiel vor dem 0:2 gegen Luzern, doch hinter den Kulissen brodelt es länger. Saipis Vertrag läuft 2027 aus, von Ballmoos’ Leihe endet im Sommer. Für den FC Lugano tickt die Uhr: Entweder sie verlängern mit dem Berner, oder sie verkaufen den 25-jährigen Saipi noch für eine ansehnliche Ablöse.
Die Rechnung ist schnell gemacht. Ein letztes Transferfenster, um Cash zu generieren. Croci-Torti bestreitet nicht, dass „die Zukunft eine Rolle spielt – angesichts der bestehenden Verträge“. Saipis Reaktion: stumm, aber sichtbar verletzt. Von Ballmoos reagiert professionell, doch auch er weiß: Seine Chancen auf eine dauerhafte Lösung steigen mit jedem gehaltenen Ball.

Der strich-showdown naht
In Lausanne kommt es am Sonntag zum direkten Duell mit dem FC St. Gallen – ein Match, das über die Europa-League-Träume entscheiden könnte. Croci-Torti will sich nicht festlegen, ob von Ballmoos dann noch drin ist. „Wir schauen Spiel für Spiel“, sagt er und meint damit: Wer glänzt, bleibt. Wer patzt, fliegt.
Die Torhüterfrage wird die Rückrunde dominieren. Saipis Berater lauscht auf Anrufe, von Ballmoos’ Berater auch. Und Lugano? Der Klub steht vor der Quadratur des Kreises: Geld einsacken oder Stabilität riskieren. Die Antwort liegt zwischen den Pfosten – und in den Vertragsmappen.
Fakt ist: Wer in Lugano jetzt den Klassiker „Torwart ist keine Position, sondern ein Zustand“ zitiert, liegt goldrichtig. Der Zustand heißt Unsicherheit, und er wird noch Wochen anhalten.
