Volleyball-legende verabschiedet sich: böhme beendet karriere
Friedrichshafen – Ein Kapitel geht zu Ende: Nach 21 Jahren auf höchstem Niveau hat Marcus Böhme, eine feste Größe im deutschen Volleyball, seine Karriere beendet. Der 40-Jährige, der neun seiner Profijahre beim VfB Friedrichshafen verbrachte, wird nach den bevorstehenden Playoffs um die deutsche Meisterschaft seine Schuhe an Nagel hängen. Eine Entscheidung, die viele Fans überraschte, aber Böhme als den richtigen Schritt sieht.

Die knochen sind nicht das problem
“Die Knochen tun eigentlich noch gar nicht so sehr weh, das war es nicht”, erklärte Böhme gegenüber der Sportschau. Vielmehr sei es ein Gefühl gewesen, das ihn zu dieser Entscheidung geführt hat. Nach so vielen Jahren im internationalen Leistungssport spürt man eben auch die Grenzen des eigenen Körpers. Aber Böhme betonte, dass er die Entscheidung getroffen habe, um den richtigen Zeitpunkt zu erwischen und nicht, weil er gezwungen wäre.
Der 2,12 Meter große Mittelblocker war maßgeblich an den größten Erfolgen der deutschen Nationalmannschaft beteiligt. Bronze bei der WM 2014 und Silber bei der EM 2017 sind nur zwei Beispiele für seine Leistungen im DVV-Dress. Seine Karriere begann in Berlin, doch Friedrichshafen wurde zu seiner zweiten Heimat. Nach Stationen in Italien, Polen, der Türkei, Griechenland und Russland kehrte er 2020 dorthin zurück – eine folgerichtige Entscheidung, wie er selbst sagte.
Der VfB Friedrichshafen, eine Institution im deutschen Volleyball, blickt auf eine lange und erfolgreiche Geschichte zurück. Als Rekordpokalsieger und früherer Rekordmeister hat der Verein hohe Ansprüche. Auch wenn die aktuelle Saison nicht ganz den Erwartungen entsprach, zeigt der VfB in den Playoffs um die Meisterschaft Moral und kämpft um das Ticket für die Finalserie. Der verletzte Diagonalangreifer Parker van Buren fehlt zwar, aber das Team will sich nicht entmutigen lassen.
“Dass eines meiner letzten Spiele gegen Berlin sein wird, ist eine sehr schöne Klammer”, so Böhme. Am Samstag steht das entscheidende zweite Spiel an. Kann er mit seinem Team noch den Rückstand aus dem ersten Spiel ausgleichen und sich mit einem Sieg in die Volleyball-Geschichte eintragen? VfB-Geschäftsführer Thilo Späth-Westerholt betonte, dass der Abschied von Böhme gebührend gefeiert werden soll: “Wir haben lange überlegt, wann wir Marcus offiziell verabschieden, um ihm dafür den richtigen Rahmen zu geben. Ich denke, dass ein Halbfinale vor ausverkauftem Haus gegen Berlin der richtige Rahmen ist.”
Die Volleyball-Szene verliert eine Legende. Ein Mann, der mit Leidenschaft, Können und Charakter den Sport geprägt hat. Marcus Böhme verabschiedet sich – und hinterlässt eine Lücke, die nur schwer zu füllen sein wird. Sein Vermächtnis wird jedoch weiterleben, als Inspiration für kommende Generationen von Volleyballspielern.
