Völler schockiert: nationenhopping zerstört den fußball!
Rudi Völler, DFB-Sportdirektor, hat eine deutliche Ansage gemacht, die die Fußballwelt spalten könnte. Der frühere Nationalspieler kritisiert das aktuelle Fifa-Regelwerk, das es Spielern ermöglicht, nach wenigen Länderspielen den Nationalmannschaften zu wechseln – und sieht darin eine massive Gefahr für den deutschen Fußball.

Die flickwerk-regeln des weltfußballverbands
Die Diskussion entfacht durch die bevorstehende WM, bei der talentierte Spieler wie Leverkusens Ibrahim Maza für Algerien oder Frankfurts Can Uzun für die Türkei auflaufen könnten, obwohl sie auch für Deutschland spielberechtigt wären. Völler spricht von einem „Nationenhopping“, das den Wert der Nationalmannschaften mindert. „Es kann nicht sein, dass Spieler sich permanent entscheiden können, für wen sie spielen möchten. Das ist nicht gut“, so der DFB-Boss gegenüber der Funke-Mediengruppe.
Die aktuelle Fifa-Regelung erlaubt es Spielern nach drei A-Länderspielen ohne Turnierteilnahme, den Verband zu wechseln, sofern diese Spiele vor dem 21. Lebensjahr stattfanden und drei Jahre seit dem letzten Einsatz vergangen sind. Ein regelrechtes Flickwerk, das Völler ändern will. Er schlägt eine einfache Lösung vor: „Warum gibt es nicht eine einfache Regelung, sich spätestens mit dem 18. Lebensjahr zu entscheiden, für welches Land ich spiele? Das wäre die beste Lösung.“
Auch im aktuellen DFB-Kader finden sich Beispiele für Spieler, die auch für andere Nationen hätten spielen können. Jamal Musiala entschied sich für Deutschland, nachdem er zuvor für Englands Junioren gespielt hatte. Jonathan Tah wurde bereits in jungen Jahren von der Elfenbeinküste kontaktiert, lehnte das Angebot aber ab. Malick Thiaw hätte ebenfalls für Finnland oder Senegal spielen können.
Bundestrainer Julian Nagelsmann nimmt die Debatte gelassener: „Es muss eine Ehre sein, für Deutschland zu spielen.“ Er möchte niemanden überreden. Doch Völler geht deutlich weiter und sieht die Notwendigkeit einer grundlegenden Reform.
Die Frage ist, ob die Fifa Völlers Forderungen nachkommen wird. Die Diskussion um die Nationalität von Fußballspielern ist längst nicht neu, aber Völlers klare Worte werfen ein Schlaglicht auf ein Problem, das den internationalen Fußball zunehmend belastet. Es geht um mehr als nur um Regeln – es geht um Identität, Tradition und den Geist des Sports.
Die aktuelle Situation zeigt deutlich, dass der Fußball vor einem Scherbenhaufen stehen könnte, wenn die Fifa nicht handelt. Völlers Appell ist ein Weckruf – und die Zeit zum Handeln drängt.
