Vogt verlässt st.gallen – und die espen stehen wieder vor dem neuaufbau

Sechzehn Tore in dreißig Pflichtspielen. Für einen Stürmer, dem der FC Aarau einst den Sprung in die U18 nicht zugetraut hatte, ist das keine Statistik – das ist eine Ohrfeige an alle, die zu früh aufgegeben haben. Alessandro Vogt verlässt den FC St.Gallen im Sommer, die TSG Hoffenheim zieht die Kaufoption für rund 2,7 Millionen Euro. Der Wechsel gilt laut Kicker-Informationen als beschlossene Sache. Und die Espen? Stehen wieder ohne ihren besten Stürmer da.

Ein sommer wie der letzte – aber eben doch nicht

Der Vergleich mit dem vergangenen Sommer drängt sich auf, ist aber nur halb fair. Damals verließen Nsame, Cissé, Akolo, Mambimbi und Möller den Verein – allesamt in wenigen Wochen. Der Abgang von Willem Geubbels für neun Millionen Euro nach Paris setzte dem Ganzen die Krone auf. St.Gallen begann im Angriff buchstäblich bei null.

Diesmal ist die Ausgangslage anders, wenn auch nicht komfortabel. Aliou Baldé hat sich als echter Faktor etabliert – zwölf Tore wettbewerbsübergreifend, schnell, technisch stark, ein passendes Gegenstück zu Vogt. Ob die Espen die Kaufoption beim OGC Nizza ziehen, dürfte die entscheidende Weiche für die kommende Saison stellen.

Was vogt hinterlässt, kann kein nachwuchstalent einfach auffüllen

Was vogt hinterlässt, kann kein nachwuchstalent einfach auffüllen

Mit Malamine Efekele und Antonio Verinac hat St.Gallen in den letzten zwei Transferfenstern investiert. Beide werden behutsam aufgebaut, beide brauchen Zeit. Diego Besio, gerade mal 19 Jahre alt, hat sich zuletzt das Vertrauen von Trainer Enrico Maassen erarbeitet und ist oft erster Joker – ein vielversprechendes Zeichen, aber kein Ersatz für einen Torjäger, der die Super League in Atem hält.

Darauf zu hoffen, dass der nächste Vogt schon im eigenen Kader schlummert, wäre leichtsinnig. Die Geschichte mit Vogt selbst war ein Glücksfall, der sich nicht auf Bestellung wiederholt. Der FCSG wird im Sommer auf dem Transfermarkt aktiv werden müssen – ein treffsicherer Angreifer von außen ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit.

Vogt war billig. hoffenheim weiß das.

Vogt war billig. hoffenheim weiß das.

Für einen 21-Jährigen mit Körper, Tempo und Abschlussqualität ist die Kaufoption von 2,7 Millionen Euro ein Schnäppchen. Vogts Beraterseite hat beim ersten Profivertrag im vergangenen Sommer geschickt verhandelt – und Hoffenheim profitiert jetzt davon. In St.Gallen hatte man diesen Aufstieg in dieser Geschwindigkeit wohl selbst nicht auf dem Zettel.

Was bleibt, ist ein FC St.Gallen, der sportlich um einen Europacup-Platz kämpft und im Cup noch Ambitionen hat. Das ist kein schlechtes Schaufenster für potenzielle Neuzugänge. Die Entwicklung junger Spieler im FCSG-Kader hat die Szene registriert – das erleichtert die Suche, löst das Problem aber nicht. Vogt war nicht ersetzbar. Er war einmalig.