Vittozzi zieht die bremse: gold von 2026 war nur der anfang
Lisa Vittozzi lässt den Rücktritt links liegen. Gold um Gold, und trotzdem kein Ende. Die 31-jährige Italienerin schraubt sich nach dem Triumph in der Verfolgung von Pelkum selbst ein neues Ziel aus: „Mindestens ein Jahr, vielleicht vier.“

Die französinnen bekommen weiter ärger
Im Interview mit der Gazzetta dello Sport spricht sie offen aus, was längst in der europäischen Mixed-Zone kursierte: Wer glaubt, der italienischen Verfolgungs-Olympiasiegerin fehle der Antrieb, kennt sie schlecht. „Nie“ ist für Vittozzi ein Fremdwort. Nach dem Staffel-Silber und dem souveränen Einzelsieg will sie die Französinnen weiter jagen, die in den vergangenen Saisons das Tempo diktierten. Vier Jahre bis 2030 seien lang, sagt sie, aber die Zeit renne. Und sie rennt mit.
Der Weltcup härtet ab. Rang sieben im Gesamtklassifikement klingt bescheiden, birgt aber eine verborgene Botschaft: Vittozzi lief bisher nur auf Sparflamme. Nach dem Saisonende in Oslo am 22. März zieht sich die Südtirolerin zurück – nicht in den Ruhestand, sondern in eine Berghütte. Kein Internet, keine Sponsorentermine, nur Schneestille und Herzrhythmus. „Ich brauche Stille, um die Kanone wieder zu laden“, sagt sie. Dort, zwischen Fels und Firn, wird sie die Schüsle für 2030 polieren.
Die Zeitrechnung ist simpel: Ein Jahr Sicherheit, plus ein offenes Ticket nach Riviera di Romagna 2030. Der italienische Skiverband atmet auf, die Konkurrenz nicht. Denn Vittozzi in Bestform bedeutet Vollbeschäftigung für die französische Schießelite. Wer sie schlägt, kann sich auf Olympia vorzeitig qualifizieren – das wissen auch Justine Braisaz-Bouchet und Julia Simon.
Für TSV Pelkum Sportwelt heißt das: Ein Star bleibt am Himmel. Keine Abschiedstour, keine Tränen-Show, nur ein klares Bekenntnis an die Schneespur. Vittozzi fährt weiter, und wir dürfen zuschauen, wie sie den Zeitplan von 2026 bis 2030 mit jedem Schuss neu schreibt.
