Vittozzi zerstört deutschen traum – voigt patzt im entscheidenden moment
Lisa Vittozzi schreibt in Otepää ein vernichtendes Kapitel deutschen Biathlon-Hoffnungen. Die Italienerin jagt mit eisernem Willen zum elften Weltcupsieg, während Vanessa Voigt nach fulminantem Aufstieg im Stehendanschlag das Podest aus 55 Sekunden Entfernung nur noch anhimmelt. Janina Hettich-Walz versinkt nach sieben Strafrunden im Schneetreiben – Platz 29, ein Debakel.
Windboen zerreißen deutsche fahnen
Die Fahne weht, aber nicht für das DSV-Team. Schon beim ersten Liegenschießen rissen die Windböen die Visiere herunter. Hettich-Walz traf zweimal daneben, fiel auf Rang 14 zurück. Die Athletin, die am Vortag noch Sprint-Zweite wurde, schien die Zielscheibe nicht mehr zu erkennen. 1:45 Minuten Rückstand zur Halbzeit – das Podest war vorbei, bevor es richtig begann.
Voigt hingegen schöpfte Hoffnung. Als Beste der deutschen Formation schoss sie sich mit nur einer Strafrunde von Startplatz 28 auf Position 11 nach vorne. Der Stehendanschlag lief perfekt – keine Fehler, keine Zögern. Doch dann kam das letzte Schießen.

Letzte kugel, letzte chance – und alles weg
Die Zeitlupe zeigt es unerbittlich: Voigt drückt zweimal daneben, Vittozzi nur einmal. Die Italienerin lächelt schon auf der Matte, während Voigt die Stöcke sinken lässt. Platz zehn – keine Medaille, kein Jubel, nur der kalte Wind Estlands.
Hinter ihr ein Trümmerfeld deutscher Starterinnen. Marlene Fichtner wird 23., Julia Tannheimer 29., Julia Kink 46., Selina Grotian 53. – alle außerhalb der Top-20, alle mit Rückständen von über einer Minute. Die Statistik verrät: Das war die schwächste deutsche Verfolgungsleistung seit drei Jahren.
Vittozzi triumphiert in 32:18,6 Minuten. Die 31-Jährige schlägt Suvi Minkkinen um 27 Sekunden, Lou Jeanmonnot um 35. Für Deutschland bleibt nur die Erkenntnis: Die Paralympics rücken näher, der Weltcup bleibt hart. Und in Oslo will niemand mehr an die Kristallkugel glauben.
