Vingegaard zerfetzt das blockhaus und jagt eulalio mit drei minuten abstand
Jonas Vingegaard feierte auf dem Blockhaus seinen ersten Giro-Etappensieg – und schickte mit 5,5 km Attacke eine Kampfansage, die bis Turin hallen könnte. Der Däne riss sich 3:17 Minuten vom Rückstand auf Leader Afonso Eulalio und schob sich auf Rang zwei. „Heute wollte ich hier gewinnen, das war der Plan“, sagte er, noch während der Regen über den Abruzzen peitschte.
Erster anriss, dann solo – pellizzari bleibt stehen
Der 19-jährige Giulio Pellizzari konnte dem ersten Tempo-Stoß noch folgen, doch als Vingegaard erneut aufs Pedal drückte, zerbarst die italienische Hoffnung. „Ich habe nicht mehr zurückgeschaut“, erklärte der Visma-Kapitän knapp. Gegen den Frontwind trampelte er mit 6,2 W/kg die Steigung hinauf, die Fahrlinie so gerade wie ein Drahtseil.
Hinter ihm sorgte Felix Gall für die nächste Überraschung. Der Österreicher fuhr auf Platz zwei ins Ziel und klettert in der Gesamtwertung ebenfalls aufs Podest. „Gall ist kein Unbekannter, wir wussten um seine Klasse“, versicherte Vingegaard – eine Warnung an alle, die nur Pellizzari auf dem Zettel hatten.

Zeitgewinn statt show – visma arbeitet wie am fließband
Die Niederländer kontrollierten die Etappe von Kilometer eins an: Rohan Dennis zog das Feld auseinander, Matteo Jorgenson schleppte den letzten Favoriten-Trupp hinauf. „Das war kein Zufall, sondern reine Arbeitsmoral“, lobte Vingegaard. Am Ende hatte Visma Lease a Bike drei Fahrer in den Top-15 – ein Statement, das Eulalio die Nacht kosten dürfte.
Der Portugiese musste sich mit 3:17 Minuten Vorsprung begnügen, blickt aber auf eine Bergetappe nach Monte Bondone, wo die Beine noch einmal brennen werden. Vingegaard selbst bremst die Euphorie: „Noch ist nichts entschieden, aber heute war ein guter Tag, um die Uhr zu drehen.“
Die nächsten drei Tage entscheiden, ob der Doppel-Tour-de-France-Sieger auch die rosa Maglia tragen wird. Die Giro-Trommel tickt lauter – und Vingegaard hat den Rhythmus vorgegeben.
