Viktoria köln verspielt 2:0-führung und verliert in havelse
Die Partie war gelaufen – völlig. Nach 65 Minuten lag Viktoria Köln zweimal vorne, Havelse wirkte wie ein auf Sparflamme kochendes Team ohne Idee, ohne Druck, ohne Saisonziel. Dann schlugen drei Minuten ein wie ein Gongschlag und drehten das Spiel, die Stimmung und wohl auch die Kölnere Saison.
Handle und münst schienen den sack zuzumachen
Simon Handle ließ dem Ball aus 22 Metern die Spinnkatze verpassen – 0:1. Kurz darunter zog Leonhard Münst nach Ottos Solo den Kopf hoch und nagelte das Leder unhaltbar ins Eck – 0:2. Die Hälfte war gelaufen, das Spiel schien eine Formsache. Wer die Gäste kennt, wusste: Die Viktoria kann verwalten, wenn sie will. Nur wollte sie offenbar nicht.
Havelse kam aus der Kabine wie ein Boxer, der in Runde sieben merkt, dass die Beine noch halten. Boujellab schob ein, Berger verwandelte einen Handelfmeter, Illic setzte den Schlusspunkt nach einem Konter, der die Kölner wie gelähmt zurückließ. 2:3 – die Zahlen auf der Anzeigetafel fühlten sich für die rund 300 mitgereisten Fans wie ein Tippfehler an.

Die tabelle lügt nie, aber sie schont auch niemand
Mit 14 Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge ist Viktoria nicht direkt bedroht. Doch der Rückstand auf die Aufstiegsplätze wächst auf 13 Zähler – ein Mahnmal für eine Truppe, die zwischen Anspruch und Wirklichkeit stolpert. Havelse dagegen lebt, wenn auch nur minimal. Die 12 Punkte bis zum rettenden Ufer sind noch immer ein Berg, aber eben einer, den sie jetzt zu bestehen glauben.
Für Köln geht es am Sonntag gegen Rot-Weiss Essen. Das Duell im Sportpark Höhenberg ist mehr als ein Derby – es ist eine Stresstest für Moral und Nervenkostüm. Wer gegen die eigenen Fans erklärt, warum eine 2:0-Führung reicht, um trotzdem zu verlieren, braucht mehr als leere Phrasen. Er braucht Tore. Und zwar in gegnerisches Netz, nicht ins eigene Konto.
