Vfb stuttgart leidet bittere niederlage in st. pauli – analyse und ausblick

Vfb stuttgart leidet bittere niederlage in st. pauli – analyse und ausblick

Hamburg – Trotz der Enttäuschung nach der 1:2-Niederlage beim FC St. Pauli zeigen sich sowohl Sportchef als auch Trainer des VfB Stuttgart verständnisvoll. Die Stuttgarter Profis selbst sind jedoch äußerst selbstkritisch. Der Ausflug nach Norddeutschland verlief für den VfB erneut nicht nach Plan, da beide Spiele in dieser Saison gegen Hamburger Vereine mit 1:2 verloren gingen. Gegner, deren Tabellenposition ihren eigentlichen Ruf widerspricht.

Demirovic beklagt fehlende basics

"Wir haben von Anfang an unsere Basics nicht richtig auf den Platz bekommen", so Ermedin Demirovic. "Wir haben viele Fehler gemacht, die wir sonst nicht machen. Dann hat Pauli uns den Schneid abgekauft." Für den gebürtigen Hamburger, dessen Familie bekennende HSV-Fans sind, war das Spiel eine besondere Enttäuschung. "Pauli war eklig in den Zweikämpfen, hat es gut gemacht, wir sind nicht richtig reingekommen. Dann fehlt überall ein Prozent, überall ein bisschen. So verliert man so ein Spiel."

Karazor spricht von verschlafener erster hälfte

Karazor spricht von verschlafener erster hälfte

Atakan Karazor, der Kapitän, bezeichnete den Spielausgang als "ernüchternd". "Wir wussten, was auf uns zukommt, deshalb gibt es keine Ausrede", meinte er. "Wir haben die erste Hälfte verschlafen." Dem VfB gelang es nach dem 0:2 nicht mehr, den Anschluss zu finden, obwohl man sich "extrem viel vorgenommen" hatte. In der zweiten Hälfte habe man viel probiert, aber das Anschlusstor kam zu spät.

Selbstkritik überwiegt

Selbstkritik überwiegt

Trotz der neun Pflichtspiele in vier Wochen mit sechs Siegen und einem Remis und einer Niederlage ist die Selbstkritik groß. Fabian Wohlgemuth, der Sportvorstand, beschrieb St. Pauli als "ein Spiel und ein Gegner so unangenehm wie das Wetter". Die Hamburger hätten dem VfB kaum Luft zum Atmen gelassen. Es habe an allen Ecken und Enden ein Stückchen gefehlt, was auch auf die anstrengenden englischen Wochen zurückzuführen sein dürfte.

Hoeneß sieht belastung als faktor

"Ein paar Basics, wie sie Demirovic vermisst hat, haben schon gefehlt. Aber das lag am Gegner, am hitzigen Stadion, an der leidenschaftlich verteidigenden St. Paulianer Mannschaft", so Wohlgemuth. Auch Sebastian Hoeneß sah die Belastung als möglichen Faktor. "Das war mal eines dieser Spiele, in denen möglicherweise auch die Belastung spürbar wurde", erklärte er. Er betonte jedoch, dass es nicht an der Einstellung der Mannschaft lag.

Wohlgemuth verteidigt die mannschaft

Fabian Wohlgemuth wollte trotz der Enttäuschung nichts von einem verpatzten Charaktertest hören. "Sind wir schon wieder im Alarmmodus?", fragte er. "Wir haben nach vielen Wochen, in denen wir stabil waren, ein Spiel verloren. Das hatte nichts mit Charakter zu tun." Die erste Bundesliga-Niederlage seit dem 0:5 gegen den FC Bayern schmerze, sei aber ein Ausreißer nach einer ansonsten positiv verlaufenden Entwicklung. Es gelte, die Niederlage richtig zu analysieren und die richtigen Mittel für das nächste Spiel zu finden.

Ausblick auf das spiel gegen köln

Wohlgemuth ist überzeugt, dass man gegen den 1. FC Köln, von dem er eine ähnliche Spielweise wie St. Pauli erwartet, wieder erfolgreich sein wird. "Wir werden immer damit rechnen müssen, dass eine Mannschaft griffig, gallig und angezündet ist."