Vauquelin zeigt kampfgeist: rückstand auf pogacar schrumpft deutlich

Ein Aufbäumen nach Krankheit und Technik-Pech: Kévin Vauquelin hat auf der vierten Etappe der Tour de France ein Lebenszeichen gesetzt und seinen Rückstand auf Tadej Pogacar deutlich verkleinert. Der Franzose, der die Rundfahrt mit schweren Defiziten begonnen hatte, kämpfte sich ins Geschäft zurück und ließ seinem Team Netcompany Ineos Hoffnung auf mehr schöpfen.

Thomas lobt vauquelins unbändigen willen

Thomas lobt vauquelins unbändigen willen

Nachdem Vauquelin als Sechster der Etappe über die Ziellinie kam, zeigte sich sein Teamchef Geraint Thomas begeistert. „Es ist großartig zu sehen, dass Kevin sich besser fühlt und aufwärts geht“, erklärte der Brite. Die ersten Tage der Tour waren für das Team von Netcompany Ineos alles andere als einfach. Krankheitsfälle, Stürze und technische Defekte sorgten für zahlreiche Rückschläge. Der Ausfall von Oscar Onley nach einem Sturz tat sein Übriges dazu.

Vauquelin selbst zeigte sich im Ziel kampfbereit. „Wir kämpfen, und der Sieg wird kommen“, sagte er entschlossen. Er hatte in der entscheidenden Schlussphase versucht, einen Angriff auf Mads Pedersen zu starten, der sich den Etappensieg sicherte. „Nachdem wir im Finale waren, wollte ich ein paar Dinge probieren, weil ein Sprint gegen Mads Pedersen sehr hart ist, ganz sicher“, erklärte Vauquelin. „Ich habe versucht, vor der letzten Kurve nach vorne zu gehen, aber dabei habe ich mehr Speed verloren – und Mads ist richtig stark.“

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Vauquelin startete den Tag mit einem Rückstand von 21:45 Minuten auf Pogacar und verlor auf der vierten Etappe weniger als sieben Minuten. Damit befindet sich der junge Franzose wieder in einer Position, in der sich Angriffe lohnen und Zeitgewinne möglich sind. Die Hitze der ersten Tage hat dem gesamten Peloton zu schaffen gemacht, aber Vauquelins Durchhaltevermögen beeindruckte besonders Thomas.

Netcompany Ineos steht vor einer Neuordnung der Rollen. Die unerwarteten Ereignisse der ersten Tage zwangen das Team zu Anpassungen. „Ich denke, die Jungs wachsen langsam zusammen. Es ist ja auch eine andere Gruppe als erwartet“, so Thomas. Die Mannschaft muss sich neu fokussieren und ihre Strategie anpassen, um in den kommenden Etappen erfolgreich zu sein.

Vauquelins Leistung ist ein Hoffnungsschimmer für Netcompany Ineos. Nach den zahlreichen Nackenschlägen der letzten Tage zeigt der junge Fahrer, dass er sich nicht unterkriegen lässt und bereit ist, um das Gelbe Trikot zu kämpfen. Die Tour ist noch lang, und Vauquelin hat bewiesen, dass er ein Mann für die entscheidenden Momente sein kann.