Var-zentrale zieht um: kölns keller wird zur erinnerung
Die schwarz-weiß karierten Felder der Kölner Kellerlandschaft werden bald Geschichte sein. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vollzieht einen radikalen Umzug seiner Video-Schiedsrichter-Zentrale – weg von RTL, hin zum hochmodernen DFB-Campus in Frankfurt. Ein Schritt, der nicht nur mehr Platz, sondern auch eine neue Ära der Transparenz im Fußball einläutet.
Neuer standort, neue möglichkeiten für die var-technologie
Seit Jahren war die beengte Situation in den Räumlichkeiten von RTL am Rhein bekannt. Die derzeitige Technik, verteilt auf gerade mal 100 Quadratmeter, reichte bei weitem nicht aus, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Doch Ende 2026 ändert sich alles. Dann sollen die neuen Räume auf dem DFB-Campus fertiggestellt sein, verteilt auf drei Etagen. Das bedeutet eine Flächenvergrößerung auf über 600 Quadratmeter – eine schier unglaubliche Steigerung.
Die Schiri GmbH, unter der Leitung von Knut Kircher, investiert massiv in die Zukunft. Von den bisherigen zehn Arbeitsstationen für Video-Schiris, Assistenten und Technikern werden es künftig 15 sein. Jeder Schiedsrichter wird mit seinem Team acht hochauflösende Monitore zur Verfügung haben, um die Spielsituationen präzise analysieren zu können. Aber das ist noch nicht alles.

Transparenz durch live-audio und tv-studio
Ein besonderes Highlight ist die kleine Tribüne im Erdgeschoss, die Platz für rund 30 Personen bietet. Hier können Gäste live das Audio des Funkverkehrs zwischen dem Video-Schiri in Frankfurt und dem Schiedsrichter auf dem Platz verfolgen – ein Fenster zur Entscheidungsfindung, wie sie zuvor unbekannt war. Kein Kommentar des TV-Senders, sondern die unverfälschte Kommunikation der Beteiligten. Das soll für mehr Transparenz sorgen und das Verständnis für die komplexen Entscheidungen der Video-Schiedsrichter erhöhen.
Darüber hinaus entsteht ein kleines, hochmodernes TV-Studio mit mehreren Kameras und einem Stehpult. Dies ermöglicht Live-Schaltungen in die Übertragungen der Fernsehsender, beispielsweise um strittige Situationen mit Experten aufzulösen. Die Möglichkeiten für Analysen und Diskussionen live im laufenden Spiel sind schier unbegrenzt. Die VAR-Zentrale wird somit zu einem zentralen Knotenpunkt für Fußball-Analysen und -Kommentare.
Die Entscheidung, die VAR-Zentrale nach Frankfurt zu verlegen, ist ein klares Signal des DFB: Der technologische Fortschritt und die Transparenz sollen im Mittelpunkt des deutschen Fußballs stehen. Die Kölner Keller mag man in guter Erinnerung behalten, doch die Zukunft des Videoschiedsrichterwesens wird nun in Frankfurt geschrieben. Die Zahl der Arbeitsplätze steigt, die Technik wird leistungsfähiger, und die Fans bekommen einen noch besseren Einblick in die Welt des Schiedsrichterberufs.
