Var-eklat in kolumbien: funktionär stürmt pressekonferenz!

Der Sieg von Junior Barranquilla über Águilas Doradas mag auf dem Feld überzeugend ausgesehen haben (0:3), doch die eigentliche Zuspitzung ereignete sich nach dem Schlusspfiff. Fernando Salazar, Mehrheitsaktionär des antioquenischen Klubs, stürmte in die Pressekonferenz und wetterte gegen das Video-Schiedsrichter-System in Kolumbien – ein Ausbruch, der die kolumbianische Fußballlandschaft erzittern lässt.

Salazars wut: ein system in der krise?

Salazar räumte zwar ein, dass Junior an diesem Tag die besseren Argumente vorgebracht habe, doch er lenkte den Fokus rasch auf das, was er als strukturelle Probleme im kolumbianischen Schiedsrichterwesen sieht. Der VAR, einst als Mittel zur Minimierung von Fehlentscheidungen und zur Förderung von Fairness angepriesen, sei in seinen Augen zu einer Quelle unendlicher Zweifel geworden. „Das Thema ist durch. Ich werde dem Präsidenten des FCF und der Dimayor vorschlagen, eine Versammlung einzuberufen, um das VAR und das Schiedsrichterwesen zu thematisieren“, polterte er.

Seine Forderung ist drastisch: Entweder eine vollständige Überprüfung des VAR oder zumindest eine Aussetzung bis zur Vereinheitlichung der Kriterien. Salazar sieht eine Muster von Entscheidungen, die Águilas Doradas im Laufe der Saison systematisch geschadet haben. Die Interpretation von ähnlichen Situationen variiert von Spiel zu Spiel, die Pausen bei der Überprüfung ziehen sich unerträglich in die Länge – oft über fünf Minuten – und die Transparenz im Umgang mit der Technologie lässt zu wünschen übrig.

Es ist nicht das erste Mal, dass Salazar mit dem Schiedsrichterwesen aneinandergerät. Seine Vergangenheit beinhaltet Sanktionen für Vorfälle im VOR und hitzige Auseinandersetzungen mit Schiedsrichtern und Kommissaren. Doch dieses Mal scheint sein Anliegen breitere Zustimmung zu finden. Klubs wie Millonarios, Nacional und América haben ebenfalls Unmut über das Schiedsrichter-Niveau im Jahr 2026 geäußert.

Die dimayor vor der herausforderung

Die dimayor vor der herausforderung

Salazars Forderung stellt die Dimayor vor ein Dilemma. Eine vollständige Abschaffung des VAR ist unwahrscheinlich, angesichts internationaler Verpflichtungen und FIFA-Anforderungen. Doch der Druck der Vereinsbosse könnte eine Umstrukturierung der Schiedsrichterkommission oder eine Änderung des Technologieanbieters erzwingen. Die Spieler und Fans warten gespannt darauf, ob die von Salazar geforderte Versammlung tatsächlich stattfindet.

Die eigentliche Frage ist nicht, ob der VAR das Problem ist, sondern ob die menschliche Umsetzung im Feld versagt. Denn die Technik allein kann nicht die Verantwortung für Fehlentscheidungen übernehmen. Die kolumbianische Liga steht am Scheideweg, und die kommenden Tage werden zeigen, ob eine Lösung gefunden werden kann, die das Vertrauen in den Fußball wiederherstellt.