Van gerwen zerquetscht deutschen traum – 4:8 und raus

Frankfurt hat einen neuen Lautstärkerekord, aber Deutschland verpasst das Halbfinale. 4:8 lautet die nüchterne Zahl, nach der Martin Schindler und Ricardo Pietreczko die Köpfe hängen ließen. Die Holländer Michael van Gerwen und Gian van Veen schalteten im Viertelfinale des World Cup of Darts den Turbo und zerstören damit die Hoffnung auf die zweite Finalteilnahme in Serie.

Deutschland startet wie die feuerwehr

Zwei Legs. Null Gegenwehr. Das Eissporthalle-Beben nach dem 2:0 fühlte sich an wie der erste April-Tag mit T-Shirt-Wetter, bevor der Himmel aufreißt. Schindler traf Triple 20, Triple 19, Double 16 – perfekter Start. Pietreczko untermalt mit einem 86er Finish. Die Niederländer schauten sich an, als hätten sie vergessen, wie man Pfeile wirft.

Dann kam Minute zehn. Van Gerwen nahm den 20-Gramm-Torpedo zur Hand und erinnerte alle daran, warum er dreimal Weltmeister ist. Break zum 2:1. Break zum 4:3. Und plötzlich war das deutsche Momentum nur noch ein Echo in 12.000 Kehlen.Der Oranje-Angriff war nicht mehr zu stoppen, die Checkouts der Gastgeber dagegen verpassten das Board wie ein betrunkener Autofahrer die Ausfahrt.

Der titeltraum stirbt lautlos

Der titeltraum stirbt lautlos

Die Zahlen schreien lauter als jedes Gesicht im Publikum: 98,7 Punkte Schnitt van Gerwen, 46 % Checkout-Quote Veen. Deutschland? 91,3 und 29 %. Die Lücke in der Statistik war eine Schlucht, und Schindler/Pietreczko stolperten hinein. Nach dem 4:4 wirkte jedes weitere Leg wie eine Verlängerung der Qual; 8:4 war nur noch Formsache.

Die bittere Ironie: Erst gestern hatten die beiden im Achtelfinale Tschechien rausgeworfen, nachdem sie in der Gruppe die Philippinen und Neuseeland abgefrühstückt hatten. Alles rosa. Alles laut. Jetzt herrscht Stille, die selbst die Airhorn-Bande in Block C nicht übertönen kann.

Sonntag krönt einen neuen könig

Sonntag krönt einen neuen könig

Um 19.00 Uhr fliegen die ersten Pfeile im Halbfinale, die Krönung folgt um 21.30 Uhr. Deutschland ist außen vor, aber die Show muss weiteren. Schindler packt die Pfeile ein, Pietreczko wischt sich die Schweißperlen aus dem Bart. Im Fernsehen laufen die Bilder des Vorjahrs – als sie Littler & Humphries eliminierten, ahnte niemand, dass es diesmal nur eine Erinnerung bleiben würde.

Für die Eissporthalle war es ein Abend mit zwei Gesichtern: Jubel bis zum 2:0, danach nur noch das gedämpfte Raunen, wenn ein Niederländer den Matchball auf Doppel 16 verpasste und ihn kurz darauf doch traf. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Heimvorteil reicht nicht, wenn van Gerwen den Fünften Gang einlegt. Die deutschen Fans gehen nach Hause, die Holländer feiern, und Frankfurt wartet auf 2027.