Valverde packt aus: warum er gegen england heute alles riskiert

Fede Valverde sitzt im Londoner Team-Hotel, zieht die Kappe tiefer und redet Klartext. Uruguay spielt heute Abend um 20.45 Uhr gegen Bellinghums England – und der Kapitän hat gerade erst seine Karriere neu erfunden. „Ich lebe 24 Stunden für den Ball“, sagt er. Der Dreierpack gegen Manchester City war nur der Aufmacher.

Hat-trick gegen city? „nie gedacht, mehr als zwei zu treffen“

Valverde lacht, wenn er an das Champions-League-Feuerwerk zurückdenkt. „Ein Moment, den ich noch nicht ganz verarbeitet habe.“ Die Tore Nummer zwei und drei schoss er, nachdem er selbst die Seitenlinie hinuntergesprintet war, als gäbe es kein Morgen. Speed-GPS: 34,2 km/h. „Aber die Geschwindigkeit kommt nicht von irgendwo. Die kommt vom Hunger.“

Der 25-Jährige gibt sich keinen Millimeter Ruhe. Nach 52 Pflichtspielen in dieser Saison plagen ihn Schienbein und Rücken. „Ich spiele mit oder ohne Schmerz. Das sehen die Jungs. Das zieht.“ Im Kader nennen sie ihn „El Motor“, weil er selbst in 90.+6 noch den Ball ins Eck jagt.

Position? „wo das team mich braucht“

Position? „wo das team mich braucht“

Rechtsverteidiger, Flügel, Zehner – Valverde versiegelt Lücken, bevor der Gegner sie sieht. Uruguay-Coach Bielsa nennt ihn „universal clave“. Valverde selbst sagt: „Ich trainiere, damit der Coach mich überall einsetzen kann.“ Das sei seine Art, Dankbarkeit zu zeigen für die Familie, für die Fans, für die 3,5 Millionen Uruguayos, die heute vor den Fernsehern hängen.

Privat steht die nächste Revolution an. Mit Ehefrau Mina wartet das Paar auf die dritte Geburt – diesmal ein Mädchen. „Die Fabrik wird geschlossen“, grinst er und überlegt sofort, wie man Zöpfe flechtet. „Neue Skills, neue Verantwortung.“

Beef mit giménez? „wir sind das aushängeschild“

Beef mit giménez? „wir sind das aushängeschild“

Atlético-Verteidiger Giménez und Barças Araujo treffen heute auf Valverde. Clubrivalen, Nationalteam-Brüder. „In Europa knallen wir uns gegenseitig die Rippen ein. Dann ziehen wir das blaue Trikot an und verteidigen das uruguayische Gesicht.“ Die Message: Kinder sollen sehen, dass Rivalität nicht in Hass endet.

Und was ist mit dem WM-Trauma von Katar? Valverde ballt die Faust. „In zwei Sekunden bekommst du eine neue Chance. 2026 wird unsere Reise.“ Er habe gelernt, mit Kritik leben, mit Druck leben, mit sich selbst leben. „Ich bin nicht mehr der Junge von damals. Ich bin bereit, England zu schocken.“

Punkt 20.45 Uhr steht er in Wembley. Kein Marketing-Sprech, nur ein Satz bleibt hängen: „Ich spiele für das kleinste Land mit der größten DNA.“ Dann sprintet er los – wieder einmal 34 Stundenkilometer schneller als seine eigene Vergangenheit.