Valverde jagt die rechte seite – drei namen, kein gesicht

Die rechte Abwehrseite des Athletic ist ein flackerndes Neon-Schild. Ernesto Valverde dreht seit Wochen an der Schaltzentrale, doch das Licht springt nicht an. Gegen Osasuna setzte er auf Andoni Gorosabel – und der Arrasater lieferte eine Art Befreiungsschlag, obwohl ihm Víctor Muñoz, derzeit eine der giftigsten Waffen der Liga, ständig den Säbel an die Kehle legte.

„Wir hatten die woche über seinen stil zerpflückt“

Gorosabel erklärt den Erfolg gegen Muñoz mit einfachen Worten: „Wir wussten, dass er entweder innen zieht oder raus auf die Linie. Ich bin früh gestartet, hab den Körper reingeworfen.“ Die Zahlen bestätigen die Story: vier Zweikämpfe, drei gewonnen, zwei klare Balleroberungen – alles gegen den Top-Scorer der Roten. Doch die Statistik verrät auch, dass der 26-Jährige erst 436 Ligaminuten auf dem Zähler hat. Areso steht bei 521, Lekue bei mageren 187. Keiner von ihnen durfte zwei Spiele in Folge ran.

Die Rotation frisst Selbstvertrauen. Gorosabel gibt es offen zu: „Die Konkurrenz schläft nie. Ich kann nur meine Schuhe schnüren und Gas geben.“ Der Satz klingt nach Kampfansage, doch dahinter lauert die Angst, am Samstag gegen Atlético wieder auf der Tribüne zu landen.

12 Millionen ablöse, null plan

12 Millionen ablöse, null plan

Der Club zahlte im Sommer zwölf Millionen Euro Ablöse an Osasuna für Areso, weil Valverde einen dynamischen Außenverteidiger wollte, der auch in die Halbräume stößt. Jetzt sitzt der 23-Jährige zwei Mal in Folge nicht mal auf der Bank. Lekue, einst Hoffnungsträger, wurde gegen Osasuna komplett aus der Liste gestrichen. Die Botschaft des Trainers: Ich weiß selbst nicht, wen ich glauben soll.

Atlético hat die Unsicherheit längst katalogiert. Die Scouting-Abteilung um Diego Simeone ließ verlauten, man werde „die rechte Seilecke gezielt belagern“. Yannick Carrasco oder Rodrigo De Paul dürften früh auf Gorosabel zulaufen, soll Valverde erneut zu ihm greifen. Ein Fehler kann die Meisterschafts-Träume beenden – und dem Trainer die Ruhe kosten.

Die Lösung? Es gibt keine. Valverde beteuert intern, er wolle „die Entwicklung der Jungs nicht bremsen“. Fakt ist: Bis Mai tickt die Uhr. Ohne gesetzten Rechtsverteidiger wird Athletic in der Königsklasse zerlegt. Gorosabel will die Chance „mit beiden Fäusten packen“. Ob der Trainer ihm vertraut, entscheidet sich schon 48 Stunden vor dem Anpfiff in San Mamés. Bis dahin bleibt das Neon-Schild rechts dunkel – und jeder Gegner ahnt, wo er anzugreifen hat.