Vallecas: madrid plantzt stadion-revolution an!

Ein Aufatmen geht durch die Fangemeinde des Rayo Vallecano: Die Hauptstadtregion Madrid plant eine umfassende Renovierung des legendären Estadio de Vallecas. Nach zähen Verhandlungen und Spekulationen um einen möglichen Umzug scheint eine Zukunft für den Traditionsverein in seinem angestammten Stadion gesichert – mit einem fulminanten Upgrade.

Neues leben für eine institution

Neues leben für eine institution

Die Pläne, die von der Comunidad de Madrid vorgelegt wurden, sind ambitioniert. Ziel ist es, Vallecas in ein modernes Multifunktionsareal zu verwandeln, das nicht nur Fußballspielen beherbergt, sondern auch Konzerte, Festivals und andere Großveranstaltungen austragen kann. Isabel Díaz Ayuso hatte bereits im Januar deutlich gemacht, dass man dem Verein und seinen Fans eine „Erneuerung erster Klasse“ bieten wolle. Der Weg dorthin war jedoch alles andere als geradlinig, gesäumt von Diskussionen und dem verlockenden Angebot einer amerikanischen Investorengruppe.

Das Herzstück der Umgestaltung ist der Bau einer vierten Tribüne, die das Fassungsvermögen des Stadions von 14.500 auf beeindruckende 18.500 Zuschauerplätze erhöhen wird. Architekten Julián Zapata und Pablo Moreno haben dabei eine Hommage an die ursprüngliche Architektur des Stadions geschaffen. Die neue Tribüne soll die Symmetrie der beiden Endzonen wiederherstellen und an die ovalen Formen der 50er und 60er Jahre erinnern. Dabei setzt das Design auf „schwebende, symmetrische Tribünen“ und eine „Konfiguration des Stadions durch eine fliegende Verschiebung“.

Ein technologischer Ring und ein neues Gesicht Ein besonderes Highlight ist der geplante „technologische Fries“, ein Ring aus LED-Bildschirmen, der die Tribünen miteinander verbindet und für spektakuläre Lichtshows und Würdigungen der Vereinsgeschichte sorgen soll. Auch das äußere Erscheinungsbild des Stadions wird sich wandeln: Eine „leichte, doppelte Haut“ und ein neues, transluzentes Schild sollen Vallecas ein modernes, aber dennoch respektvolles Aussehen verleihen. Dabei wird die historische Fassade, die unter Schutz steht, erhalten und ihre „Essenz und Morphologie“ bewahrt.

Doch die Pläne gehen noch weiter: Auf einem angrenzenden Grundstück soll ein multifunktionales Gebäude mit Tiefgarage und direkter Verbindung zum Stadion entstehen. Dieser Komplex wird dem Verein als neues Vereinsgelände dienen und zusätzliche Räumlichkeiten für Sport- und Sozialaktivitäten bieten. Mariano de Paco, der Kulturberater der Region, sieht darin einen „Motor für die soziale Entwicklung des Stadtteils“.

Die Investition von 60 Millionen Euro ist ein deutliches Signal der Region Madrid an den Rayo Vallecano. Ein Betrag, der im Vergleich zu den bisherigen 2,5 Millionen Euro Investitionen in Vallecas eine deutliche Steigerung darstellt. Die Reform soll innerhalb von 24 Monaten abgeschlossen sein und wird voraussichtlich in der nächsten Legislaturperiode realisiert.

Während der Rayo Vallecano weiterhin seinen Wunsch nach dem Kauf eines eigenen Grundstücks und dem Bau eines 30.000 Zuschauerplätze fassenden Stadions bekräftigt, bietet die Renovierung von Vallecas eine attraktive Alternative. Die Entscheidung liegt nun beim Präsidenten Raúl Martín Presa: Bleibt er in seinem angestammten Stadion, oder verfolgt er seinen Traum vom eigenen Feudalstaat?