Uzun-debatte eskaliert: riera stellt frankfurter star vor fakt.

Die Schlagzeilen überschlagen sich: Can Uzun, das Ausnahmetalent von Eintracht Frankfurt, schmorte beim 2:2 gegen Köln ungewöhnlich lange auf der Bank. Was zunächst als taktische Entscheidung des Trainers Albert Riera abgetan wurde, entpuppt sich nun als Zankapfel, der den gesamten Verein zu spalten droht. Die Medien stürzen sich auf die Geschichte, und die Frage, ob die Aufregung gerechtfertigt ist, beschäftigt die Frankfurter Fans.

Riera zieht klare linie: defensives verhalten ist pflicht

Riera zieht klare linie: defensives verhalten ist pflicht

Trainer Albert Riera ließ keinen Zweifel daran, dass er von seinen Spielern, insbesondere von Offensivkräften wie Uzun, eine deutlich stärkere Defensivarbeit erwartet. Seine Aussage nach dem Spiel gegen Köln – „Er weiß, was er mit dem Ball und ohne den Ball zu tun hat. Wenn er das dem Team gibt, wird er spielen“ – war zwar kurz, aber brisant. Er machte klar, dass es bei ihm keine Wohlfühloase geben wird: „Ich will komplette Spieler. Sie müssen beide Jobs erledigen.“

Die Bild-Zeitung berichtet, dass Uzun von den Worten des Trainers „tief getroffen“ sein soll und bereits an einen Wechsel im Sommer denkt. Das ist aus meiner Sicht übertrieben, aber Rieras Forderung, dass jeder Spieler sich defensiv voll einbringt und ein, zwei Kilometer mehr läuft, ist grundsätzlich berechtigt. Schließlich muss die Eintracht nach dem Abgang von entscheidenden Spielern wieder eine neue Balance finden.

Es ist kaum zu übersehen, dass die Eintracht unter Riera einen Umbruch erlebt. Der neue Trainer scheint entschlossen, die vermeintliche „Wohlfühloase“ unter dem Vorgänger Dino Toppmöller aufzubrechen. Der Präsident von Rieras Ex-Klub Olimpija Ljubljana, Adam Delius, hatte bereits im Januar im kicker betont, dass die Stürmer in Frankfurt „extrem in der Verteidigung mitarbeiten“ müssen. Riera scheint diesen Ansatz konsequent umzusetzen.

Ein Blick zurück: Uzuns Schwächen im Gegenpressing

Die Kritik an Uzuns Defensivverhalten ist nicht von der Luft geholt. Beim letzten Auswärtsspiel in Mainz (1:2) zeigte er nach seiner Einwechslung deutliche Schwächen. Vor Sheraldo Beckers Pfostentreffer ließ er den Mainzer Sechser Kaishu Sano frei laufen. Auch bei der Entstehung des 1:2 war seine Defensivarbeit verbesserungsbedürftig. Das kann Riera zu Recht gestört haben.

Doch es gab auch Phasen, in denen Uzun defensiv Fortschritte zeigte. Sportvorstand Markus Krösche lobte im September 2022 seine „ganz andere Aggressivität gegen den Ball“. Die Frage ist, ob er diese Entwicklung unter Riera fortsetzen kann.

Die Entscheidung, Ritsu Doan weiterhin im Zentrum einzusetzen, wirkt angesichts seiner offensichtlichen Unbehagen in dieser Rolle fragwürdig. Es liegt an Uzun, sich in der kommenden Trainingswoche mit einer „Jetzt erst recht“-Mentalität aufzudrängen. Gelingt ihm das, könnte er bereits am Samstag in Wolfsburg seine Chance erhalten.

Mario Götze, der in Mainz ebenfalls überraschend nicht im Kader stand, offenbarte mit seinem Ballverlust gegen Köln, dass er ebenfalls an seiner Form arbeiten muss. Der Kampf um die Plätze in der Eintracht-Offensive ist eröffnet, und Uzun muss sich beweisen. Andernfalls könnte seine Zeit in Frankfurt schneller enden, als viele es sich vorstellen.