Usa zertrümmern kanada im traumfinale und holen gold im para-eishockey

Jack Wallace schlug drei Mal zu, die Anzeigetafel brannte. Mit 6:2 demontierten die USA ihr nordamerikanisches Erbfeind im Endspiel von Mailand und schrieben die letzte Großtat der Paralympics 2026.

Wallace führt den angriff an

Der 28-jährige Flügelstürmer war über das ganze Eis omnipräsent. Sein Hattrick binnen 13 Minuten zerlegte die kanadische Box-1-Formation, die bis dato nur zwei Gegentor in fünf Spielen kassiert hatte. Nach dem 3:0 durch Wallace in der 33. Minute war die Partie gelaufen – trotz kurioser Aufholjagd der Maple Leafs in der 46.

Trainer David Hoff präsentierte eine taktische Lehrstunde: 38 Checks in der neutralen Zone, 62 % Face-off-Quote und eine Powerplay-Effizienz von 50 %. Die kanadische Top-Linie um Buglione kam nur zu zwei Torschüssen aus dem Slot. „Wir haben sie rausgecheckt aus ihrem Rhythmus“, sagte Hoff nach Abpfiff, „das war der Schlüssel.“

Deutsches team verpasst podest knapp

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Der DBS-Verbandskader hatte als Vierter im Vorjahr die Messlatte hochgelegt. Das 3:2 gegen China im kleinen Finale rettete Bronze, doch der Traum vom ersten Gold seit 2018 platzte. Torhüter Jörg Käsbauer parierte 34 Schüsse, doch zwei Abpraller in Überzahl kosteten den Sieg. „Wir haben unseren Plan verfolgt, aber die USA waren heute eine Klasse für sich“, bilanzierte Kapitän Christian Jaster.

Die Stimmung in der Arena von Cortina schwappte über. 6.400 Zuschauer sangen die US-Hymne mit, während kanadische Fans bereits nach der zweiten Pause die Ränge verließen. Die Organisatoren feierten mit einem Feuerwerk über dem Eis – ein Symbol für ein Turnier, das trotz Streit um Streckenbedingungen und Wettermakel seine Geschichten lieferte.

Ein finale, das geschichte schreibt

Ein finale, das geschichte schreibt

Die Bilanz der USA: 34 Tore in sechs Spielen, nur fünf Gegentreffer. Die Bilanz der Paralympics: 78 Spiele, 1.400 Tore, ein neuer Zuschauerrekord von 1,2 Millionen Live-Streams. Die Zahlen sprechen für sich. Die Bilder bleiben: Wallace, der mit der Flagge wedelt, Kanadas Keeper, der seinen Stock zerbricht, und Hoff, der seine Spieler in den Arm nimmt wie ein Vater seine Söhne.

Die Spiele sind vorbei, die Nachbesprechung beginnt. Für die Sportler geht es zurück in Trainingslager, für die Verbände in die Planung. Die nächste Paralympics rückt näher – und mit ihr die Frage, ob man das Tempo der USA jemals einholen kann. Die Antwort liegt auf dem Eis von Mailand: wer schneller checkt, schneller schießt, schneller denkt, gewinnt. Punkt.