Usa: fußballfieber erfasst ein ganzes land!
Der SoFi Stadium in Inglewood bebte – nicht nur wegen des Spiels. 70.000 Zuschauer, darunter ein Who's Who aus Hollywood: James Cameron, Dwyane Wade, Owen Wilson, Leonardo DiCaprio, Scottie Pippen und sogar ein gesprächiger Tyler Durden (oder zumindest jemand, der ihn vortäuschte) waren dabei. Ein Vorgeschmack auf das, was die USA im Vorfeld der WM 2026 erwartet: eine Fußballbegeisterung, wie sie das Land lange nicht gesehen hat. Und das, obwohl das Spiel gegen die Türkei (3:2) letztlich keinen sportlichen Wert hatte.
Ein neuanfang unter pochettino
Die WM 2026 ist für die USA mehr als nur ein Turnier. Sie ist der Höhepunkt eines Umbruchs, der im Oktober 2024 begann, als Mauricio Pochettino nach der Enttäuschung bei der Copa América übernahm. Der Argentinier hat es geschafft, eine Nation zu begeistern, die bisher vor allem für Baseball, Basketball und Football bekannt war. Die Erfolge in der Vorbereitung – 4:1 gegen Paraguay und 2:0 gegen Australien – haben die Hoffnung auf ein erfolgreiches Abschneiden neu entfacht. Das letzte Mal, dass die USA bei einer WM über das Viertelfinale hinauskamen, war 1930, als sie Bronze gewannen. Alles, was dazwischen lag, waren verpasste Chancen und enttäuschende Leistungen.
Doch Pochettino hat etwas verändert. Er hat eine Mentalität geschaffen, die weit über das bloße Erreichen der K.O.-Runde hinausgeht. Die Fans feiern ihre Mannschaft mit „USA, USA, USA!“, ein Ausdruck des neuen Nationalstolz, der durch den Fußball entfacht wird. Ricardo Pepi, dessen Familie aus Mexiko stammt, bringt es auf den Punkt: „Wir müssen uns gegenseitig repräsentieren, unsere Familien und unser Land.“

Mehr als nur siege: ein spektakel für die fans
Es geht nicht nur darum, Spiele zu gewinnen. Matt Freese, der Torwart der US-Mannschaft, betont: „Was noch wichtiger ist, ist ein gutes Spiel zu bieten, die Leute zu begeistern und sie stolz zu machen.“ Pochettino hat diesen Ansatz verstanden und es geschafft, seine Spieler zu motivieren. Er hat die „Konformität“ und die „veralteten Stars“ durch eine junge, dynamische Mannschaft ersetzt (Durchschnittsalter: 26 Jahre), die mit einer Geschwindigkeit von 119,54 Kilometern pro Spiel die höchste der Gruppenphase ist. Und das mit einem Augenzwinkern: „Why not U.S.?“, sein Credo, das mittlerweile zum nationalen Schlachtruf geworden ist.

Die vorbereitungen laufen auf hochtouren
Die Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung mit Pochettino bis 2030 sind bereits im Gange. Die USA träumen sogar von der Ausrichtung der WM 2038 mit 64 teilnehmenden Mannschaften. Das morgige Spiel gegen Bosnien im Levi's Stadium in San Francisco, wo Tickets für über 1.300 Dollar im Umlauf sind, wird erneut zum Schauplatz eines Fußballfestes. Pochettino selbst nimmt die Sache jedoch ernst: „Für uns ist das morgen das Finale der WM. Wenn wir uns qualifizieren, dann wird es das nächste Finale sein.“
Allerdings gibt es auch Rückschläge: Auston Trusty wird wahrscheinlich ausfallen, während Roldan und McKenzie bis zur letzten Minute fraglich sind. Aber Pochettino ist optimistisch. Er hat seine Mannschaft zu einem Team geformt, das nicht nur gewinnen will, sondern auch Spaß hat und die Fans mitreißt. Die Nation ist geeint, das Feuer brennt – und die USA sind bereit für die Herausforderungen, die noch vor ihnen liegen.
