Usa dreht 180°: us-boot startet doch in neapel gegen neuseeland
Neapel wird noch spektakulärer. Nach einem öffentlichen Rückzieher im Oktober meldet sich American Racing Challenger jetzt doch zur 38. America's Cup 2027 an – und setzt mit Ken Read einen der erfahrensten Segel-Strategen ans Ruder.
Die kehrtwende kam per fax um 23:58 uhr
Knapp zwei Minuten vor Ablauf der Nennfrist schickte das New Yorker Team die Unterlagen nach Auckland. Für die Organisatoren in Neapel heißt es: fünf statt vier Herausforderer, sechs AC75-Katamarane statt fünf im Golf von Neapel. Ein PR-Coup, der die italienische Küste in Wallung bringt.
Die Amerikaner erben das komplette Material von American Magic: Rumpf „Patriot“, zwei AC40-Trainingsboote, Simulator-Daten, 42 Meter Kränge, 3,5 Tonnen Carbon. Kein Aufbau von Null, sondern ein Sofort-Start mit Vollgas. Ken Read, 62, der 2013 als Skipper von Puma fast das Dinghi-Triple komplettierte, sagt nur: „Wir haben nichts zu verlieren, nur eine Insel zu erobern.“

132 Jahre us-dominanz als druck, nicht als erbe
Die Zahlen lasten schwer. Erster Cup 1851 in Cowes, danach 132 Jahre ununterbrochen verteidigt – Rekord, der bis heute unerreicht ist. Seit 1983 warten die USA auf den nächsten Titel. Jedes Mal, wenn sie abblitzen, klingt dieselbe Leier: „Wir sind die Wiege des Wettbewerbs.“ Diesmal wollen sie mit Taten sprechen, nicht mit Historie.
Die neue Crew wird in Newport zusammengestellt, Trainingsbasis wird Cagliari. Dort startet vom 21. bis 24. Mai die Preliminary Regatta – ein Vorgeschmack auf 2027. Mit an Bord: Segler vom ehemaligen Oracle-Team, Aerodynamiker aus der Formel 1 und ein Data-Science-Department, das schon beim letzten Cup 80.000 Variablen pro Sekunde erfasste.
Die Konkurrenz reagiert gelassen. Max Sirena, Chef von Luna Rossa, lächelt nur: „Je mehr, desto besser. Wir schlagen sie alle.“

Neapel wird zur mega-bühne
Die Stadt bereitet sich auf 1,2 Millionen Zuschauer vor. 3.000 Polizisten, zwei mobile Hafen-Kräne, 180 Event-Flächen, eine eigane Cup-Fan-Zone auf der Piazza del Plebiscito. Die Region Kampanien rechnet mit 450 Millionen Euro Umsatz – mehr als ein durchschnittliches Bundesliga-Jahr einspielt.
Für Fans ein Traum, für Steuerzahler ein Risiko. Doch nach der Kehrtwende der USA ist klar: Wer jetzt noch Karten bucht, wird Teil einer Sequenz, die in den Geschichtsbüchern stehen wird. Startschuss Frühjahr 2027 – bis dahin bleibt nur ein Satz: May the best foiler win.
