Union berlin: torwart-notfall enthüllt schwächen – kann das team noch die klasse halten?
Leipzig – Die Vorstellung der Eisernen in Sachsen war ein Desaster. Ein 1:3 deutet mehr als deutlich auf die Probleme hin, die sich in der defensiven Organisation und im Spiel nach vorne abzeichnen. Doch inmitten dieser kollektiven Schwächeleistung gab es einen Lichtblick: Torwart Carl Klaus.
Ein unerwarteter debütant hält, was er kann
Rönnows Verletzung, ein lauter Schrei nach einem Abschlag, zwang Union zu einer ungewöhnlichen Maßnahme. Der dritte Torwart, 32 Jahre alt und seit Jahren im Schatten, feierte plötzlich seine Premiere in der Bundesliga. Matheo Raabs Handbruch hatte die Situation ohnehin schon kompliziert gemacht. Klaus bewies jedoch, dass man sich auf ihn verlassen kann. Seine Parade kurz nach seinem Einwechslung war nicht nur ein Zeichen von Nervenstärke, sondern auch von Routine und Können.
„Ich wollte ein sicheres Spiel zeigen, keine wilden Aktionen machen.“, so Klaus nach dem Spiel. Und das hat er eindrucksvoll umgesetzt. Er verhinderte eine noch höhere Niederlage, auch wenn ihm das ansonsten umtriebige Team wenig Deckung anbot.

Taktik-poker geht schief – die abwehr steht nicht
Die taktische Ausrichtung von Interimstrainerin Marie-Louise Eta war fragwürdig. Eine ungewöhnlich hohe Abwehrlinie gegen ein Team wie Leipzig, das von schnellen Außenläufern lebt, war schlichtweg ein riskantes Unterfangen. Das Ziel, die Leipziger zu Fehlern zu zwingen und den Ball früh zu gewinnen, scheiterte kläglich. Stattdessen bot sich den Hausherren ein Festmahl, die Umschaltsituationen wurden zur Routine.
Die Offensive versandete in einem xGoals-Wert von 0,00 zur Halbzeit. Ein erschreckendes Zeichen für die fehlende Überzeugung und den Mangel an Mut im Spiel mit dem Ball. „Wir waren oftmals zu hektisch, haben den Ball zu schnell hergeschenkt.“, gab Danilho Doekhi zu.

Klaus’ optimismus trotz düsterer aussichten
Trotz der ernüchternden Niederlage und der ungewissen Zukunft des Teams hält sich Carl Klaus an seine optimistische Grundhaltung. „Wir spielen noch zwei Mal an der Alten Försterei. Wir sind noch vorne, haben einen Vorsprung.“, so der Torwart. Ob Rönnow rechtzeitig fit wird, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Union muss eine deutliche Steigerung in der Vorwärtsbewegung zeigen, wenn die Klasse gehalten werden soll. Der kommende Spieltag gegen Köln wird dabei eine entscheidende Prüfung.
Die Verantwortung liegt nun bei der Mannschaft, den Abwärtstrend zu stoppen und die wenigen verbleibenden Spiele zu nutzen, um den Abstand zum rettenden Ufer zu vergrößern. Andernfalls droht der Traum von der internationalen Bühne zu platzen. Die Hoffnung stirbt zuletzt – auch wenn die Zeichen aktuell nicht gut stehen.
